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Die Geschichte unserer Gemeinde
 
Das Leben in Spall beginnt bereits um das Jahr 100 v. Chr. Hier lebten um diese Zeit schon die Kelten, die später auch Handel trieben mit den Römern. Es bestand zu jener Zeit hier noch kein Ort wie man ihn heute kennt, sondern eine Versorgungsstadion mit einigen Häusern, die aber später von den hier durchziehenden Hunnen zerstört wurde.
 
Mit dem Ochsengespann auf dem Feld um 1934In einem historischen Buch steht folgendes über die Besiedelung bis zum Mittelalter geschrieben: "Der Siedlungsausbau kann nur von kreiseingesessenen adligen Gutsbesitzern auf deren Eigentum oder Miteigentum durch abhängige Bauern bis 1200 fortgeführt worden sein."  Das heißt, dass man hier nur im Frühjahr und Sommer in Hütten oder kleinen Häusern gewohnt hatte bis zum Herbst nach der Ernte, dann zog man wieder zurück in die Orte, wo die ganze Familie wohnte - wieder bis zum Frühjahr. Sie weilten hier eine Zeit, und so entstand als erstes ein Weiler "an der Spalte" (eine geologische Formation zwischen Gauchsberg und Soonwald). Im 13. Jh. kamen besondere kolonisatorische Verdienste den Zisterziensermönchen des Klosters Eberbach zu mit dem Anroden ihrer "Kornhöfe" in der Nähe von Spall. "Datenborn" hieß z.B. ein Klosterhof (den Namen in der Gemarkung von Spall gibt es noch). Auch gab es ganz in der Nähe von Spall ein Kloster in dem Ort Walbenrot (Wüstung), dessen ehemalige Einkünfte ins protestantische Pfarrgut nach Gebroth gingen. In der Spaller Gemarkung Gretenheck gab es auch ein Kloster, das noch in der Vorreformationszeit (1557) zu datieren ist. Von diesem Kloster führte ein Weg (sogen. Eselspfad) ins Tal zur Webersmühle. Spall gehörte einmal zur Hinteren und einmal zur Vorderen Grafschaft, zu den Grafen von Sponheim. In der Folgezeit wurde der kleine Weiler "Spällschied" mehrmals von Kriegen und Seuchen bedroht und teilweise verwüstet. Der Name wandelte sich bis heute häufig: Spällschied, Spaltschied, Spalt, Spaldt, Spaldte, Schapall bis zu Spall. (Der Name Spaltschied lässt eine logische Folgerung zu: Alle Orte oder Flecken, die zum Roden aus Allmends oder Herrenwald ausgeschiedene Flächen darstellten, erhielten ab 900 den anhängenden Namenszusatz -schied.)

Bei der Ernte um 1935Um die Zeit nach 1500, nach Auflösung der Klöster, hatte Spall ein anderes Wappen als heute. Es steht zu lesen: "...man einigte sich über die Wappenfarbe und erklärte, dass stilistisch die drei Kreuze und die Farben der Vorderen Grafschaft Blau-Gold abgebildet seien." Inzwischen hat Spall ein Wappen, welches die Farben der Vorderen und Hinteren Grafschaft zeigt.  

Die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges bekam man auch in Spall zu spüren. Es gibt eine Tagebucheintragung des Bauern Sebastian Wendell, der die Lage 1641 hier im Raume Winterburg - Spall genau beschreibt. "Dieses Jahr lässt sich mit uns armen Leuten sehr übel an, denn wir wägen vorangedeuteter Gefahr den ganzen Winter uff Haus Winterburg wohnen müssen mit Mühe und Ungelegenheiten... allenthalben auf der Straß Räuberei gespürt ward... und es niemand zu Lant sicher, halten uns in Schlössern und stehen uff, dadurch ein groß Elend entstehen muss... Gibt sunsten viel Streit und Plunderungen. Die Spanischen in Frankenthal und die Lothringischen in Falkenstein gehen uff Partey, fangen die Leuten, wo sie nur bekommen mögen..., kann deswegen kein Mensch in Dorfschaften wohnen. Ist ein groß elent... Man muss das Lant wust liegen lassen wegen großer Gefahr... Man hat nicht gelenzet (die Frühsaat bestellt), noch auch zum 15. April nicht äckern können. Gott helf zum Frieden, es ist Zeit."

Dieses Unglück traf auch Spall. Verwüstungen über Jahre waren die Folge. Um die Ortschaften wieder zu rekultivieren, erlaubte man sogar, in jenen Jahren ungewöhnlich, Flüchtlingen und Ausländern sich hier anzusiedeln mit gleichen Privilegien.

Um die Mitte des 18. Jh. erbrachte eine verbesserte Dreifelderwirtschaft eine Intensivierung der Landwirtschaft. Es wurde bekannt, dass Klee eine Vermehrung des Futteranfalls darstellte, und so begann man auch hier in Spall mit dem Kleeanbau.

Mit dem Ochsengespann in der Gartenstraße 1927Was die Geschichte des Weilers Spall angeht, so findet sich die älteste Erwähnung des Ortes im Jahre 1375 mit "Spalde" in einem Sponheimer Güterbuch. Der Name bedeutet Einschnitt, Schlitz, Spalte. Er ist so abgeleitet von der geographischen Lage. Um 1500 gehörte Spall zur Hinteren Grafschaft Sponheim, die sich, nach dem Aussterben der Sponheimer, Pfalz-Zweibrücken und die Markgrafschaft Baden teilten. Noch im Jahre 1555 richtet Johann von Simmern an Ritter Endress von der Leyen und an Witwe Maria Hilchin, Vogtin von Hunolstein, welche die Collatur der Kirchen von Pferdsfeld und Winterburg inne hatten, von Kastellaun aus ein Schreiben, nachdem ein Priester, der, während die anderen Geistlichen die Messe lasen, deren Gottesdienst durch Absingen von Psalmen störte, beseitigt werden musste. Im Jahre 1556 dagegen erging vom Kurfürst Otto Heinrich der Erlass, die evangelische Lehre zu predigen; so verfügt, dass diejenigen Untertanen, die noch Papisten (Katholiken) waren, ihres verruchten, gottlosen Lebenswandels wegen ihre Heimat unter Zurücklassung von Hab und Gut verlassen mussten. Eidgültig durchgeführt war die Reformation 1557 sowohl in Gebroth, Spall, Argenschwang, wie auch in Spachbrücken (heute Spabrücken) und Dalberg. Bei einer Kirchenvisitation, welche um 1607 in allen Ämtern der Hinteren Grafschaft Sponheim gehalten wurde, berichtet der Amtmann zu Winterburg: "Die sponheimische Gemeinde Spald gehe gen Spachbrücken, so dalbergisch in die Kirch. Die weil es nun daran stehe, dass der heutige Dalberger das Papsttum, dem er angehöre, wieder einführe, so sei zu überlegen, wie in diesem Fall der Gemeinde Spald zu helfen sei." Man zog nun Spall und Argenschwang zu der nahen sponheimischen Pfarrei Gebroth, nachdem schon im Jahre1575 bei einer Kirchenvisitation der Befehl ergangen war, dass sich die Spaller gen Gebroth zur Predigt zu wenden hätten, "...da ihre Kinder wegen Unfleiß des Spachbrücker lutherischen Pfarrers nicht beten konnten." In Spabrücken wurde am 1. September 1624 von Johann von Dalberg der katholische Gottesdienst wieder eingeführt, allen Schwierigkeiten, die von seiten der Kurpfalz gemacht wurden, zum Trotz. Die Spaller durften fortan nur noch nach Gebroth zum ev. Gottesdienst gehen.

Die Gemeinde Spall ab 1890
Kirmes in der Gräfenbachstraße um 1934Die Geschichte der kleinen Soonwaldgemeinde beginnt mit der Geschichte der Schule. Die erste Schule wurde 1860/61 gebaut (zuvor gingen die Kinder nach Gebroth in die Schule). Laut Chronik gab es zu jener Zeit, als das Schulhaus gebaut wurde, viele Schwierigkeiten zu bewältigen, die teilweise auf die Kompetenz, auf familiäre und handwerkliche Unzulänglichkeiten zurückzuführen waren. Auch hier war der Bau dann teurer als geplant und Streit war unausbleiblich. Als man dann endlich das Schulhaus (am Ortsausgang, Richtung Allenfeld - links, das letzte Haus) eingeweiht hatte, fand man keinen Lehrer, und so stand die Schule Jahre leer. Der persönliche Einsatz eines Spaller Bürgers in Koblenz ergab den Umstand, dass am 12. Oktober 1865 der erste Lehrer seinen Einzug hielt.

Im Jahre 1916 gab es eine Verfügung zum Sammeln von Bucheckern zur Behebung des Ölmangels. Am 25. Februar 1919 wurde auf Anordnung der Französischunterricht eingeführt. Im gleichen Jahr war es fast nicht mehr möglich, in der Schule Unterricht zu halten, sie war in einem sehr schlechten Zustand, und keine Lehrkraft blieb im Ort. Der letzte Krieg schlug auch auf das Schulwesen ein, nachdem er beendet war: Es durfte auf Anordnung  der Militärregierung kein Biologie- und Geschichtsunterricht erteilt werden.

Bis 1912 gab es in Spall die Gaststätte "Zum Soonwald", die auch gleich die Landzustelle der Post darstellte. Ab 1912 gab es diese Poststelle im Hause Erbach bei der Familie Trierweiler. Danach wurde diese Stelle wieder in das Haus Lötzbayer verlegt und danach zur alten Schule zur Frau Berg. Eine weitere Gaststätte gab es im unteren Teil des Dorfes "bei Götz".

Nun gehen wir zu etwas über, das mindestens so wichtig war wie das Schulwesen: die Wasserleitung! Schon immer sprach man davon, dass es einmal bequemer werden sollte, das Wasser für den täglichen Bedarf zu besorgen. Es dauerte allerdings lange von der Idee bis zu dem Tag, an dem das (man redete schon scherzhaft darüber) "Hähnchen" gedreht wurde, und ein größeres Rinnsal verblüffte dann die Einwohner. Am Reformationstag 1902 feierte man dann die Wasserkirmes. Vorher gab es einige Brunnen, so auch an der Stelle, auf der dann im Jahre 1594 das erste Rat- und Backhaus gebaut wurde, von dem man allerdings sagt, dass er versiegte und zugeschüttet wurde.

Im Jahre 1984 musste  ein altes Gebäude, der Backes mit ehemaligem Rathaussaal (dieser Sitzungssaal für den Gemeinderat wurde nach dem Krieg an Geschädigte vermietet), der neuen Verkehrsführung weichen. Noch bis in die 50er Jahre hatte man hier gebacken. Gruppen taten sich zusammen und es wurde jeweils ausgelost, wann wer an der Reihe war, dass er backen konnte. An gleicher Stelle stand einst ein Backhaus, das aus dem Jahr 1594 stammte. "Das war aber 1848 so baufällig, dass es versteigert wurde. An seine Stelle trat ein neues (das jetzt 1984 abgerissen wurde). Auf dem Backhaus wohnte lange Zeit ein Leinweber, Adráe, den man den "Backes-Pere" nannte. Er hatte auch einen kleinen Kram, zu welchem er die Sachen mit dem Quersack aus Kreuznach holte. Später baute er das Haus auf der Bein, deren Einwohner heute noch die "Backes-Leut" heißen."

Auf dem Feld 1939Die Glocke auf dem alten Backes wurde ein Opfer des Krieges, sie wurde für Rüstungszwecke abgeholt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine neue gegossen, die am 31.12.1949 übergeben wurde und nach dem Abriss im Turm einen neuen Platz bekam. Nun steht an dieser Stelle ein hölzerner Glockenturm, der 1989 eingeweiht wurde und ein Gedenkstein, der an jenes denkwürdigen Gebäude erinnert, das bei vielen Generationen einen unverrückbaren Platz in ihren Erinnerungen einnahm.

In der Zeit der badischen Herrschaft wurde hier in Spall das sogenannte "Hirtenhaus" gebaut. In diesem Doppelhaus wohnten die Hirten mit ihren Familien, die dafür sorgten, dass die Schweine und Rinder (letzter Hirte auch die Schafe) gehütet wurden, teilweise auf den Wiesen und in den Wäldern. Oft waren es viele Tiere, die behütet werden sollten, und so nahm der Hirte noch einen Gesellen dazu. In der Chronik steht: "Von einem, der immer im Regen, Wind und Wetter mit seinen Tieren ausgehalten hatte, weiß man zu berichten, dass er auch an der Friedhofsmauer oft Schutz gesucht hatte und heute fast an gleicher Stelle beerdigt ist. Ein Schild hing an der Mauer mit der Inschrift: "Oft hast du Schutz gesucht da drüben auf der anderen Seite, nun findest du ewige Ruhe hier." Das Haus wurde 1926 teilweise abgerissen, da der Bau einer Turnhalle an dieser Stelle geplant war, die aber auf tatkräftige finanzielle Unterstützung der Spaller angewiesen war. (Die Turnhalle wurde nie gebaut.)

Am 31. Juli 1914 war die Mobilmachung "für den Kaiser und König". Der Erste Weltkrieg begann. Rotes Kreuz und "Vaterländischer Frauenverein" arbeiteten auch in Spall Hand in Hand bei der Pflege verwundeter Soldaten, und die Spendenfreudigkeit war hoch.

Am 12. Januar 1915 ereignete sich in Spall etwas Sensationelles: Zum ersten Mal brannte in Spall elektrisches Licht!

Am 15. August 1926 war die Einweihung für das Ehrenmal, das für die Gefallenen aus Spall am Eingang des Dorfes aufgestellt wurde. Ein betender Krieger war das Werk des Bad Kreuznacher Bildhauers Bauer. Auf einer Tafel stehen die neun Namen der Gefallenen und ermahnen unsere Gesellschaft somit sich einzusetzen, damit so etwas nicht wieder geschieht. Die Zukunft hat allerdings gezeigt, dass sich unsere Gesellschaft nicht ermahnen lässt, denn 1940 tobte bereits der nächste Krieg. Hier in Spall gab es Einquartierungen. Eine Veterinärkompanie war in Götz'schem Saal untergebracht. Am 28. Januar 1945 ging um 20.00 Uhr eine schwere Bombe nieder (in anderen Aussagen war es eine Luftmine). Sie wurde abgeworfen von einem englischen Flieger und schlug am Dorfeingang Richtung Argenschwang rechts ein. Das Haus Mohr war ziemlich zerstört, und es gab kaum ein Haus, dessen Fenster und Dächer nicht beschädigt waren.  

Kinder in der Gräfenbachstraße um 1934Am 16. März 1945 sah man in Richtung Simmern riesige Feuer lodern, so als würde der Wald bis nach Simmern brennen oder die Stadt Simmern selbst in Flammen stehen. Kurz danach, am 18. März, kamen amerikanische Soldaten und Panzer durch Winterbach nach Spall, und am 30.März wurden alle Häuser in Spall von den Amerikanern untersucht, dabei mussten sich die Bewohner jeweils in einem Zimmer aufhalten und abwarten.

Nach dem Krieg kamen viele Leute zur Ernte und als Hilfe, denn die aufkommende Hungersnot nagte sehr. Im Jahre 1960 wurde der Bau einer neuen Schule fertig gestellt und sechs Jahre danach fand kein Unterricht mehr statt, denn die Kinder mussten zur Mittelpunktschule nach Wallhausen. Heute befindet sich im Untergeschoss der ehemaligen Schule der Gemeindesaal und im ehemaligen Schulsaal befindet sich seit 1967 eine Gaststätte.

Man baute auch Magneteisenstein ab in Spall, Gebroth, Ippenschied und Winterburg in verschiedener Mächtigkeit zwischen 0,30 und 1,20 m. Nachdem der Abbau dieser Lager schon um die Jahrhundertwende zurückgegangen war, lief er im Ersten Weltkrieg ganz aus. Spätere Aufschlussversuche führten zu keinem annehmbaren Ergebnis.

In einem historischen Heimatbuch war etwas über die Fischereivorschrift zu lesen: "In dem Gemeinen Soon obig Spaldt entspringen etliche Brunnenflüsse, die kommen von Spaldt auf Winterberg, so in die Hintere Grafschaft Sponheim gehörig, von dannen der Grund herab auf Nunkirchen und Bockenauer Gemarkung, fürders auf Burgsponheim, Weimbsheim, Rüdesheim und hat ihren Lauf zu Creutznach in die Nahe. Wird anfangs die Winterberger, Bockenauer und hernach die Weimbsheimer Bach genannt. Obig Nunkirchen, da die Bockenauer Gemark unter Winterberg anfängt, hat die Vordere Grafschaft Sponheim und Amt Creutznach herab zu fischen bis unter den Stromberg bei der von Böckelheim Bauwald, von da aus mit gedachten Böckelheimern gemeinsam zu fischen bis gen Burgsponheim."

"Südlich vom Forsthaus wurde östlich von Gebroth, Nähe Spall, im Jahre 1925 beim Pflügen eine Sandsteinkiste gefunden, worin die Scherben einer grünen, gerippten Glasschale und ein bronzenes Täfelchen von 8,6 cm Länge und 1,5 cm Breite mit der eingeritzten Inschrift MEZZENTIUS lagen." Die Funde sind im Bad Kreuznacher Heimatmuseum. (Aus einem Katalog von 1941 über Ausgrabungsfunde.)

Postkarten der Gemeinde Spall von 1912 bis 1975
 
Die hier gezeigte Postkartensammlung der Gemeinde Spall zeigt von links nach rechts Bildkarten aus den Jahren 1912, 1926, 1960 und 1975. Die Karte von 1912 zeigt rechts unten noch das alte "Gasthaus zur Post" von Valentin Lötzbeyer in der Gräfenbachstraße. Die Karte von 1926 zeigt das damals neu errichtete Ehrenmahl am Ortsausgang Richtung Gebroth mit der noch frisch angelegten Parkanlage vor dem Friedhof. Die Karte von 1960 zeigt  links unten noch den alten "Backes" in der Soonwaldstraße an dessen Stelle heute der Glockenturm steht.

Die Feuerwehr der Gemeinde Spall  

Das Feuerwehrhaus in der SoonwaldstraßeUm das Jahr 1872 entstand in Spall das erste organisierte Löschwesen. In der Feuerlösch-Ordnung für die Gemeinden der Bürgermeisterei Wallhausen vom 1. Nov. 1869 ist nachzulesen, wie man damals den Feuerschutz bis 1938 betrieb. Es heißt hier im § 9: "Jeder Rottenführer muss seine Leute fortwährend übersehen, zusammenhalten, zur Tätigkeit anregen und die Fehlenden oder Ungehorsamen zur Anzeige bringen." Nun, so genau geht man heute nicht mehr zur Sache. Man erkannte, dass der Schutz so nicht mehr gewährleistet war und gründete die Freiwillige Feuerwehr. Sie konnte ab 1902 schlagkräftiger ihre Aufgabe erfüllen, da es ab dieser Zeit eine Wasserleitung und Hydranten gab.

Wie wurde vor ca.70 Jahren hier bei uns gelöscht? In der Chronik ist zu lesen: Der Alarm wurde ausgelöst durch das Läuten der Glocke auf dem alten Backhaus. Außerdem lief ein Hornist durch den Ort und blies Alarm. Die Feuerwehr besaß damals schon eine leistungsstarke Feuerspritze (4 bar). Diese war auf vier Rädern aufgebaut und wurde von zwei Pferden gezogen. Acht Männer wurden benötigt zum Bedienen der Pumpe - vier vorn und vier hinten. Diese Männer mussten oft ausgewechselt werden, damit immer genug Druck am Strahlrohr war. Diese "Spritze" wurde mit Wasser gefüllt. Versagte die Wasserleitung, so wurde das Wasser aus bis zu 200 m entfernten Brunnen herbeigeschafft. Dies geschah z.T. mit Jauchefässern, oder es wurden Menschenketten gebildet, welche das Wasser in Wassereimern weiterreichten.

Ein Löschteich wurde 1971 im Zuge der Flurbereinigung angelegt.

Der erste Wehrführer war W. Trierweiler und nach 1948 trat Karl Jesse an seine Stelle bis 1956 und gab das Amt an Hans Herr weiter. Ab 1963 übernahm Gustav Andrae die Wehr. Im Jahr 1969 wurde Gerd Mohr Wehrführer, und Wolfgang Milkau übernahm ab 1993 das Amt, welchesdann in die Hände von Karl-Heinz Knoblauch gelegt wurde. Mittlerweile führt wieder Wolfgang Miilkau die freiwillige Feuerwehr von Spall.

Das erste Spritzenhaus war ein um 1872 an das ehemalige Backhaus angebauter Schuppen, der bis 1973 als Aufbewahrungsort der Löscheinrichtungen diente. Danach brachte man die Löscheinrichtung im ehemaligen Stall des von der Gemeinde erworbenen Anwesens von Adolf Andrae untergebracht. Man machte sich 1983 Gedanken darüber, wie es weiter gehen soll mit der Unterkunft, da die Gemeinde das Anwesen verkaufte. Nach längerer Beratung mit der Gemeinde und Bürgermeister Haas entschied man sich für den Standort neben dem Spaller Hof, und am 23. 8. 84 wurde der Grundstein gelegt. Für die Feuerwehrkameraden war es Ehrensache, "ihr Haus" selbst zu bauen. Durch wiederholten "Großeinsatz" der Feuerwehrkameraden, die ja bekanntlich nicht nur arbeiten, sondern auch "löschen" können, ging das Werk schnell seinem Ende zu. Richtfest war am 30.3.85., und am 4. Mai war das Haus fertig. Auf dem ehemaligen Schulhof wurde in einem Zelt dann zünftig gefeiert. Nach der Fertigstellung im Innern des Feuerwehrhauses konnte man dann am 19.8.85 um- und einziehen.

Eines war allerdings gleich klar... ein Feuerwehrauto fehlte noch! Nun, wie wir unsere Feuerwehr kennen gelernt haben, bedeutete dies keine besondere Schwierigkeit, und so steht schon lange ein voll eingerichtetes Fahrzeug im Haus.  

Hier eine kleine Anekdote, die den letzten Einsatz der ersten Feuerwehrspritze beschreibt.
Es war im Sommer 1950 nach der Ernte. Beim Landwirt Adam Stork wurde gedroschen. Herbert Seckler aus Pferdsfeld arbeitete hier als Lohndrescher. Er besaß schon einen Bulldog, Marke Normarg, womit er die Dreschmaschine von Scheune zu Scheune rangierte. Plötzlich kam die Nachricht: "Auf dem Münchwald beim Fetsch brennt's!"

Der alte Wehrführer Trierweiler half hier beim Dreschen sowie noch mehrere Landwirte. Wilhelm Trierweiler nahm das Kommando kurzentschlossen in die Hand. Er gab Lohndrescher Herbert Seckler den Befehl, sofort die Dreschmaschine abzustellen, seinen Bulldog zur Verfügung zu stellen, um die Feuerwehrspritze anzuhängen und nach Münchwald zu fahren. ‚Auf dem Münchwald ist kein Löschwasser', fiel dem alten Kameraden ein. Also wurde die Spritze mittels Hydrant gefüllt. Die alten Kameraden schwangen sich auf die Spritze und ab ging's in rasanter Fahrt in Richtung Münchwald. Doch das Tempo hielt die gute alte Spritze nicht lange durch. Nach ca. 200 Metern brach das linke Vorderrad und die Kameraden saßen mit dem Allerwertesten im Wasser.

Dieses Missgeschick hielt die Kameraden nicht davon ab, den Münchwäldern zur Hilfe zu eilen. Sie ließen die Spritze mitten auf der Straße liegen, schnappten die Schläuche, Strahlrohr und Standrohr und fuhren mit dem Bulldog zur Brandstelle.

Die gute alte Feuerwehrspritze wurde später ins Feuerwehrhaus geschafft, leider wurde sie nicht mehr repariert.
 
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