Lässt man die Hypothesen einiger Chronisten über Wodan, St. Hubertus, Grafen und Fürstenregenten außer acht, so bleiben als sachlicher Aspekt der Förster Friedrich Wilhelm Utsch (1732 bis 1795) und Förster Johann Adam Melsheimer (1683 bis 1757) übrig.

Als kurpfälzischer, reitender Forst- und Jägersmann lebte Wilhelm Utsch im Soonwald. Ihm oblag es, eine neue Waldordnung zu schaffen. Dies war nicht einfach für ihn; altes, bestehendes Recht auf Brenn- und Laubholz, Laub, Streu und Weide musste mit Umsicht zu einem neuen Nutzungsverfahren gebracht werden. Hier ließ er Nachsicht walten und errang so den Ruf eines gerechten Mannes, der durch seine herzliche Art noch lange nach seinem Tod bei der umliegenden Bevölkerung im hohen Ansehen stand. (Dies wird allerdings von verschiedenen Historikern anhand von Aktennotizen widerlegt.)
Wie auch immer, es wird berichtet, dass Förster Utsch einen Hausgeistlichen, ja den Karmeliterpater Martin Klein, zum Freund hatte, von dem man sagt, er habe das bekannte Jägerlied verfasst. Es erschien, als Utsch erst zwei Jahre in Entenpfuhl weilte. Zudem wird berichtet, dass Jahre später noch einige Strophen hinzu gemacht wurden, die sich auf einen Oberförster Großholz beziehen, der von 1849 bis 1865 im Forsthaus Entenpfuhl weilte und sich verstärkt für den Kartoffelanbau einsetzte. "Ein Jäger aus Kurpfalz, der reitet durch die Grumbeeresupp und bricht sich darin den Hals, als Jäger aus Kurpfalz". Hier in der Nähe von Entenpfuhl hat man Utsch ein Denkmal gesetzt; eigentlich mehr dem "Jäger aus Kurpfalz" kommt das Denkmal aus dem Jahre 1913 zu, als dem "Erbförster" Utsch. Denn sein Leben und der

Text sowie Bild stimmen nicht überein. Förster Utsch war ein angesehener und geachteter Mann und das hat sich bis nach seinem Tod erhalten: Sein Grab nahe der Willigis-Kapelle bei Auen, blieb nach der Einebnung aller Gräber erhalten. Im Jahre 1913 setzte man ihm das bekannte Denkmal, und 1939 wurde er umgebettet. Dabei fand man noch seinen Hirschfänger, der aber seither verschwunden ist. Noch immer ertönen Jagdhörner im Herbst zur Hubertusmesse und spielen bei Fackelschein das Halali und "Aufbruch zur Jagd" an seinem Grabe, als letztes Gedenken zu seiner Ehre.
Als weiteren Anwärter auf den Titel des Jägers aus Kurpfalz kommt noch Johann Adam Melsheimer in Frage. Er lebte vor Utsch als reitender Förster im Soonwald, in der Kurpfalz. Als er, in Thüringen geboren, in Bruchhausen bei Heidelberg zum Jäger geworden, im Odenwald bereits bei dem Kurfürsten von der Pfalz als kurpfälzischer Jäger im Amt, im Jahre 1719 in den Soonwald kam, nahm er eine Sonderstellung im Forstwesen ein. Er war hier im z.Z. kurpfälzischen Soon nicht nur in, sondern auch "aus Kurpfalz". Mit dem Bau eines Jägerhofes "in der Struth" bei Münchwald schuf er sich ein bemerkenswertes Zeichen. (Eine Gusstafel auf dem heutigen Struthof zeigt ein kurpfälzisches Wappen und erinnert heute noch an diesen ersten "Jäger- und Försterhof", mit 31 Stück Vieh, der im Volksmunde "Pfalz" genannt wurde.)
In der Gebrother Kirchenchronik wurde Adam Melsheimer "der reitende kurpfälzische Förster" genannt bei seinem Ableben. (Auf dem Friedhof zu Argenthal wurde er beerdigt.) Was ihn zu einem besonderen Menschen machte, war die Tatsache, dass nachwe

isbar er die jagdfronpflichtigen Bauern der umliegenden Dörfer zu so genannten "Jägern" machte, die der Leidenschaft der Jagd und nicht der Pflicht "frönten". Er setzte sich auch gegen das Amt Winterburg ein, das nach alten Gesetzen gehorchte, die jedoch mit der neuen Weidwerksordnung von 1711 eingeschränkt wurden und unterstützte die Bauern.
Nun, im allgemeinen wird Wilhelm Utsch als der besungene Jäger aus Kurpfalz angesehen, zudem er am Denkmal namentlich erwähnt wurde, jedoch spricht auch einiges dafür, dass Melsheimer dieser besungene kurpfälzische Jäger war. Jäger aus Kurpfalz waren ja schließlich beide, so handelt das Lied vielleicht auch nur über den Jäger aus Kurpfalz ganz allgemein. Wie dem auch sei, dieses Lied gibt dem Soonwald eine einzigartige Mystik, die das große Waldgebiet im Hunsrück immer wieder in den romantischen Blickwinkel zieht und dem zunehmenden Tourismus die nötige Stimulans darbietet.
Kaiser Wilhelm II. bei der Einweihung des Denkmals des Jäger aus Kurpfalz 1913 bei Entenpfuhl im Soonwald.