Vinaora Nivo Slider Schottische Tradition

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The scottish gael by James LoganThe scottish gael by James Logan

The Scottish Gael; or Celtic Manners, as Preserved among the Highlanders von James Logan. Herausgegeben in London von Smith, Elder and Co., 65 Cornhill 1831.

Das Buch “The Scottish Gael; or Celtic Manners, as Preserved among the Highlanders” war im 19. Jahrhundert das Nachschlagewerk über die schottischen Highlander. Diese einmalige Publikation wurde von James Logan nach fünfjährigen Recherchen geschrieben und erstmals 1831 von Smith, Elder and Co., 65 Cornhill London herausgebracht.

In fünfundzwanzig Kapiteln beleuchtet Logan die keltische Kultur von ihrem geschichtlichen Ursprung, Architektur und Lebensweise, über Waffen, Kleidung und militärischen Taktiken bis hin zu Religion, Lyrik und Musik. Alles in allem eine komplette Beschreibung der keltischen Kultur.

Nahezu alle Institutionen, die sich mit schottischen Lebensweisen beschäftigen, richten sich nach diesem Werk und vieles von dem, was wir heute als schottische Tradition kennen, bezieht sich auf James Logans Nachforschungen.

Erstmals können die Leser auf den folgenden Seiten nun dieses bedeutende Standardwerk in deutscher Sprache nachlesen. Um den Einstieg in das umfangreiche Werk zu erleichtern, beginnen wir hier mit dem Kapitel VI, welches sich mit der Kleidung der Kelten von ihren Ursprügen bis ins 19. Jahrhundert beschäftigt.

 

 

KAPITEL VI.

ÜBER DIE KLEIDUNG DER ALTEN KELTEN UND DIE TRACHT DER GEGENWÄRTIGEN GÄLEN.

Die Urvölker der meisten Länder der Erde haben die Körperbemalung erfunden. Einmal als Ornament und zum anderen, um ihre Feinde zu erschrecken. Bevor sie lernten, ihre Körper mit irgendeinem Material zu bekleiden, könnte dies ihre Kleidung gewesen sein; jedoch fuhren sie damit auch nach Erfindung der Kleidung fort, um alte Überlieferungen zu bewahren, und zum Zwecke der Unterscheidung, wozu die unbekleideten Körperteile mit verschiedenen Farben und Symbolen verziert wurden.

Verbunden mit dem Brauch der Bemalung ist die barbarische Praxis, sich das Gesicht mit dem Blut der erschlagenen Feinde zu beschmieren, um sich den Feinden damit als grausam zu präsentieren. Wie wir von Solinus lernen, war dieser Brauch für die Iren normal, um ihr Gesicht grimmiger erscheinen zu lassen, und laut Spencer war dieser Brauch zu seiner Zeit noch nicht völlig verschwunden. Den Feind durch die persönliche Erscheinung in Angst zu versetzen ist keine schlechte Idee; denn, wie Tacitus zur Erscheinung der frühen Germanen bemerkt, mussten in der Schlacht zuerst die Augen der Männer überwältigt werden. Es war zum Zweck der Einschüchterung, dass die Urvölker ihren Körper bemalten, ihr Haar schätzten, seltsame Wappen oder Helme trugen, sowie eigentümliche Kleidung. Wahrscheinlich stammen die heutigen militärischen Bräuche von dieser Praxis ab. Die britischen Stämme waren für ihre Praxis der Körperbemalung bekannt; und ist es nicht ein wenig sonderbar, dass dies keinen positiven Einfluss auf die Gallier des Kontinents ausübte? Außer einem für den gallischen Merkur gehaltenen Fragment auf einem Stein, der bei Framont entdeckt wurde, dem unerschöpflichen Feld für Archäologie, und hier in der Abbildung dargestellt, bin ich auf keine andere Skulptur gestoßen, die auf ein Vorherrschen dieses Brauches hindeutet.

Pelloutier denkt, dass Tacitus auf die Praktiken der Iberer anspielt; er beschrieb die Arianer Germaniens deutlich als „tincta corpora“. Die Budini, ein getischer Volksstamm, färbten ihre Körper blau und rot; und Virgil bezeichnete alle Geloni oder Getae als Picti. Die Daci und Sarmatae zeichneten verschiedene Zeichen oder Figuren auf ihre Körper, während die Frauen ihr Gesicht mit verschiedenen Pflanzensäften färbten. Auch die Thraker – besonders deren Frauen – bemalten ihre Haut. Die Agathyrsi, ein skythischer Volksstamm, der von Jornandes in Skandinavien angesiedelt wurde und von Rudbeck auf dem Sinus Codanus, färbten ihre Körper mit blauen Markierungen ein. Die Edlen unter ihnen trugen diese blauen Flecken oder Markierungen in großer Anzahl auf ihren Körpern und unterschieden sich so von den Gemeinen.

Plinius erwähnt, dass das Glastum, womit die Briten ihren Körper einfärbten, in Gallien zu finden war, was aber nicht besagt, dass die dortigen Einwohner es in gleichem Maße gebrauchten. Die logische Folgerung ist, dass sie es taten, doch haben wir keine verlässliche Quelle, um diese Vermutung zu stützen. Nach Ansicht Dr. Mac Phersons entstand dieser Brauch bei den Caledoniern, da das Bemalen nicht in Gallien entstanden sein konnte. Laut der volkstümlichen Überlieferung benannten sich die Pikten nach diesem Brauch; und ihre Chronik sowie Isidor besagen beide übereinstimmend, dass die Scoten durch diesen Umstand zu den Pikten wurden.

Alle Briten färbten, wie Caesar besagt, ihre Körper mit Färberwaid, und er beschrieb unterschiedliche Muster auf ihren Körpern. Diese bestanden aus Sonne, Mond und anderen Planeten, Tieren etc. Die Frauen färbten ihren gesamten Körper mit dieser Pflanze ein, die jungen Frauen genauso wie die verheirateten, und erschienen dergestalt ornamentiert zu Opferfesten und anderen Feierlichkeiten in ansonsten völliger Nacktheit. Claudius beschreibt Britannien anscheinend als bemalte Backen.

Die Farbflecken wurden schon in der Jugend eintätowiert, ähnlich wie bei den Indianern, wofür bestimmte Instrumente aus Eisen benutzt wurden. Die Geloni tätowierten sich mit Werkzeugen aus diesem Metall; und auch die Pikten und Skoten führten für ihre Körperbemalungen den gleichen Prozess durch.

Die britischen Jugendlichen, so besagt es Solinus, „waren mit verschiedenen, in die Haut eingeritzten Tierfiguren verziert, und es gab nichts, was sie mit größerer Tapferkeit ertrugen, als die Operation, bei der ihre Körperglieder eine starke Färbung erhielten in dauerhaften Narben.“ Isidor besagt, die Körper der Pikten wurden mit einem spitzen Instrument eingestochen; und sein Ausdruck „stigmata Britonum“ deutet auf ein tieferes Einschneiden hin als bei anderen Völkern üblich. Plinius sagt, einige der östlichen Völker benutzten für ihre Einschnitte heiße Brandeisen.

Die durch diese Operation entstandenen Zeichen erscheinen generell blau, wie man auf Händen und Armen von Seeleuten und anderen beobachten kann, wodurch man darauf schließen kann, dass die frühen Briten sich nicht auf den Gebrauch von Waid beschränkten. Isidor, der den Goten den Gebrauch von roter Farbe zuschreibt, sagt, die Pikten färbten ihre Körper mit dem Saft von frischem Gras; Ovid nennt die Briten „Virides“. Der Ausdruck „coeruleas scuta Brigantes“ ist eine Beschreibung der persönlichen Erscheinung dieses Volkes. Herodian scheint die Briten als mit verschiedenen Farben bemalt darzustellen, „notant corpora pictura varia et omnifariam formis animalium,“ was von einigen Autoren als „bemalt mit verschiedenen Farben“ übersetzt und auf die Caledonier angewendet wird. Maule sagt, dass Argentocoxus, oder eher Argachocoxus, ein gefeierter Chief der Caledonischen Pikten, seinen Namen von dem alten Wort Coch oder Goch für Rot ableitete und er deshalb vom Roten Clan war, so wie andere vom Clan-buy, dem Gelben Clan etc. hätten sein können. Dieser Zusammenhang ist sinnreich, wenn auch nicht zufrieden stellend.

Die Praxis der Körperbemalung wurde noch eine kurze Zeit bis zur normannischen Eroberung von den Angeln beibehalten. William von Malmsbury beschreibt sogar, dass sie ihre Haut mit Symbolen verziert hätten. Vor jener Zeit war dieser Brauch sehr verbreitet, doch schließlich lenkte die Kirche ihre Aufmerksamkeit auf diesen heidnischen Brauch; und das Konzil von Cealhythe im Jahre 787 prangerte alle, die solche Ornamente benutzten, als von „diabolico instinctu“ getrieben an, und ein rein und anmutig erschaffener Körper sei durch die Einfärbung mit schmutzigen Flecken unfähig erlöst zu werden.

ERSTE KLEIDUNGSSTÜCKE

Die Menschen bekleideten sich nicht in erster Linie, um den Anstand zu wahren. Die Kleidung wurde mehr aus Gründen des Stolzes und der Protzerei gegenüber den anderen Eingeborenen angenommen, und auch eher deshalb, weil sie sich im Krieg als dienlich erwies und nicht wegen des Wetters. Griechen und Römer betrachteten es nicht als unfein, sich nackt in der Öffentlichkeit zu bewegen. Auch Plato schrieb, dass die Griechen es für einen Mann nicht sehr lange als lächerlich oder schändlich betrachteten, sich nackt zu zeigen.

Wie oben erwähnt, war der Hauptzweck der Kleidung, den Feind dadurch in Furcht zu versetzen, dass man ihr ein seltsames und schreckliches Aussehen gab. Ein zweiter, aber nicht weniger starker Grund für Körperschmuck war Eitelkeit. Stolz auf Kleidung reicht bis zu den niedrigsten Eingeboren hinunter, die, entsprechend ihrer Umstände, in dieser Hinsicht genauso protzend sind, wie die zivilisierteste Gesellschaft.

Keine Rasse war stolzer auf ihre Erscheinung und ihren persönlichen Schmuck als die frühen Kelten; und ihr Geschmack sich zu kleiden, sowie die Einzigartigkeit und die Pracht ihrer Kleidung versetzte ihre Feinde in Erstaunen. Die Schönheit und Reichhaltigkeit der Kleidung der Gallier in der Schlacht von Telamon war wundervoll, denn die ganze Armee glänzte in purpurner Seide und goldenen Ketten und Armreifen, die sie um Handgelenk und Hals trugen; und ob des Farbreichtums ihrer Sagen wurden sie von anderen Völkern bewundert, die schon stolz darauf waren, nur eine bescheidene Imitation dieser Fertigkeit zu erreichen.

TIERFELLE

Einfache Tierfelle bildeten die erste Bekleidung der Menschen, und sie trugen sie so lange, bis sie es schafften, Fertigkeiten zur Herstellung geeigneter Materialien auszubilden, oder bis sie so viel Wohlstand erlangt hatten, dass sie diese Materialien erwerben konnten. Zur Zeit des Aristodemus hüllten sich die Griechen, darunter besonders die Arkadier, in Felle; und die Ligurier trugen lange Zeit das Fell wilder Tiere, das um die Taille mit Hilfe eines Gürtels gehalten wurde.

Tacitus sagt, die Germanen trugen die Felle von Tieren, einige aus Notwendigkeit, andere aus Gefallen und einige von ihnen unterschieden sich durch Tragen zahlreicher Flecken und Tupfen. Auch Cäsar beschrieb die Sueben als in Felle gekleidet und Virgil sagt, dass die Geten von der gleichen Kleidung Gebrauch machten.

Laut Dio waren die Caledonier nackt: aber, wie Dr. MacPherson bemerkt, wir glauben nicht, dass sie völlig unbekleidet waren. Herodian stellt sie als teilweise bekleidet dar; und aufgrund ihrer spärlichen Kleidung ist der Ausdruck nackt nicht angebracht. In jener Zeit als Cäsar fiel, waren die meisten Bewohner in Tierfelle gekleidet, jedoch war wollene Kleidung ebenfalls in Gebrauch. Bekleidung aus ungegerbten Tierfellen ist leicht herzustellen und in einem armen Land, in dem Manufakturen fast gar nicht bekannt sind, auch der beste Ersatz für andere Materialien. Das gemeine Volk der Germanen und Gallier behielt diese Kleidungsweise noch lange Zeit bei, auch dann noch, als ihre Häuptlinge schon Gewänder aus Wolle und Leinen trugen. Zu Beginn der Christianisierung waren die Belgier und Briten, die schon zivilisierter waren als die innereuropäischen Völker, generell in wollene Gewänder gehüllt; doch deren Herstellung beschränkte sich hauptsächlich auf die südlichen Stämme, denn bei den innereuropäischen Stämmen übernahmen nur die Anführer den Gebrauch dieser Kleidung. Wir finden in den gälischen Gedichten ein Bärenfell als Bekleidung eines Helden. Die Mönche von Iona, aus einer späteren Periode, waren ebenfalls in Felle gehüllt, obwohl sie auch Leinen hatten, dass sie zweifellos vom Festland importierten. Im Buch der Kleidung, Paris 1562, wird von den Hochländern behauptet, sie wären in Schaffelle gehüllt.

Die frühen Briten stellten Stoffe aus der inneren Rinde der Bäume her, eine Herstellungsweise, die unter den Bauern Deutschlands, Schwedens und Dänemarks noch verbreitet ist und als „Matten“ für landwirtschaftliche Zwecke Verwendung finden. Das gälische Wort Mathan bedeutet Zweig oder Binsen, wovon das englische mat, matted etc. abstammt.

WOLLENE KLEIDUNG

Das erste wollene Gewand, das wir bei den Galliern und Germanen in Gebrauch finden, war eine quadratische Decke, die über die nackten Schultern geworfen wurde, und die, aufgrund ihres Wertes, nur die Häuptlinge trugen. Diese Decke wurde Sagum genannt, und hatte somit den gleichen Namen wie der Fellmantel, der ihr vorausging. Das gälische Wort sac bezeichnet eine Haut oder Fell. Die Belgae nannten diesen Teil ihrer Kleidung lene oder linne. Reno, das laut Varro ein gälisches Wort ist, war ein Ausdruck, den einige Germanen dafür gebrauchten, während andere es matruga nannten.

Die Herstellung wollener Kleidung muss unter den Kelten schon seit frühester Zeit existiert haben. Sie waren gerade in Sachen Färben und Herstellung sehr erfinderisch; und ihre Perfektion in der Kunst verrät lange Erfahrung und ebensoviel Geschmack. Die Einzigartigkeit des gallischen Gewandes versetzte die Römer in Erstaunen; doch auch wenn sie den Gebrauch des warmen Mantels, den die Belgae fertigten, übernahmen, kam es jedoch niemals vor, dass sie die prunkvollen Muster trugen, die den Kelten als Erfindung gebührt. Andere Stämme, die deren prunkvolle Erscheinung bewunderten, wurden dazu veranlasst, ihre eigene Kleidung zu verwerfen und die andere anzunehmen.

Die Franken waren vom gestreiften Sagum so angetan, dass sie es ihrer eigenen Tracht vorzogen. In gleicher Weise imitierten die Sachsen die seltsame Kunstfertigkeit dieses erfinderischen Volkes und perfektionierten sie. Ihren Arbeitsplatz nannten sie „the Tuphus of the woulle“ wo auch Frauen beschäftigt waren. Die Spinner und Weber in Germanien arbeiteten in Höhlen.

Es gab verschiedene Qualitäten der keltischen Wolle. Diejenige aus Lusitanien und Narbonne war rau und grob, diejenige aus Piemont hauptsächlich grau; diejenige aus Celtiberia meist schwarz und die Wolle aus Andalusien und Grenada war rötlich.

Die Gallier wurden auch für ihre Filztechnik bekannt, die ohne Weben auskam. Die einzelnen Stücke wurden dann zu Matzatzen geschnitten. Vielleicht spielte Strabo darauf an, als er sagte, der Sagum wäre außen rau. Wenn zur Präparation des Filzes Essig benutzt wurde, hielt er auch einem Schwertstreich stand und bot sogar einigen Schutz gegen Feuer.

Sie scherten die Wolle sehr dicht und nannten ihre dicken Umhänge coenas. Auch den Sagum trugen sie im Winter in einer dickeren Ausführung. Die keltischen Weber waren natürlich die erfinderischsten Künstler und sie produzierten Arbeiten, die durch ihre Reichhaltigkeit und Einzigartigkeit andere Völker in Erstaunen versetzten.

Die Beschreibung dieser Kleidungsstücke führte zu der Annahme, dass Blumenmuster den Stoff zierten, doch diese hübsche und schwierige Arbeit war in diesem rauen Zeitalter wahrscheinlich noch nicht bekannt. Es war leichter, auf die Idee zu kommen, Kette und Schuss in verschiedenfarbigen Fäden zu weben und so nebenbei ein Aussehen zu erhalten, das, aus der Entfernung, für einen Unkundigen in dieser Sache wohl wie ein Blumenmuster ausgesehen haben könnte. Diodorus hatte für diese, den Kelten eigene Kunstfertigkeit keine Bezeichnung, und wie ich es verstehe, wollte er damit nur sagen, dass es wie ein geblümter Umhang aussah; denn weiter beschrieb er ihn als in unterschiedlich gestreifte Quadrate aufgeteilt. Diese Meinung scheint durch das bestätigt zu werden, was Plinius über die Herstellungsweise der Lusitanier sagt, nämlich dass das Netzwerk des selbstgesponnenen Gewandes ihm Wert verleiht. Das „scutolato textu“ wurde für runde Muster genommen oder für Damast mit Rautenmustern. Die folgende Bemerkung in der Passage ist genauer: „textus virgatus est macularum instar cancellatim et reticulatim distinctus Lausagias Galli vocant.“

HERKUNFT DES TARTAN

Es kann angenommen werden, ohne sich dabei auf solch zweifelhafte Quellen zu verlassen, dass die gallischen Kolonisten ihre heimischen Künstler und Kunstfertigkeiten mitbrachten, da Tuchware keine Importware aus Britannien zu sein scheint, wo ihr Gebrauch, zur Zeit des Niedergangs des römischen Reiches, allgemein üblich war.

Von den Belgae glaubt man, dass sie den Gebrauch wollener Gewänder eingeführt haben; eine Annahme, die darauf beruht, dass diese Gewänder bei diesen Stämmen allgemein häufiger getragen wurden, als bei den weniger verfeinerten innerkontinentalen Völkern. Da sie leichter beschafft werden konnten, traten Tierfelle als Bekleidung der einfachen Leute überall auf der Insel besonders in Erscheinung, doch verstand man sich seit frühester Zeit schon auf die Herstellung von Wollstoffen.

Bondiuca trug eine Tunica, in die verschiedene Farben eingewebt waren und darüber einen Mantel aus rauerem Stoff. Dies stellte ihre Alltagskleidung dar. Varro sagt, die Briten trugen ein Gewand namens Guanacum, das verschiedene ineinander gewebte Farben aufwies und ein protziges Erscheinungsbild abgab; und Tacitus berichtet, dass die Estii, ein germanischer Volksstamm, die britische Tracht trugen, die eigentlich die gälische gewesen sein müsste.

Die Sachsen fuhren mit der Herstellung fort, die Aldhelm, Bischof von Sherborn im Jahre 970, in begeisterten Worten beschreibt: „es ist kein uniformes, einfarbiges Gewebe ohne Musterung, die das Auge erfreuen könnte, sondern eines, dass mit Schiffchen gewebt wurde, die mit Garn in Purpur und verschiedenen anderen Farben gefüllt sind, und die von einer Seite auf die andere fliegen, wodurch Figuren und Bilder in verschiedenen Zusammenstellungen und auf bewundernswerte Art und Weise entstehen.“ Die Sachsen, die keinen besonders keltischen Geschmack hatten, scheinen diese Herstellung aufgegeben zu haben.

Tuch, in seiner einfachsten Ausführung, ist ein Produkt aus natürlicher Wolle, ohne Färbung oder sonstigem künstlichen Prozess. Somit trugen die Keltiberer generell schwarze Sagas, da die Wolle in dieser Farbe war. Giraldus Cambrensis berichtet, dass aus dem gleichen Grund die meisten Iren in schwarz gekleidet waren; und das Loughtan-Tuch der Isle of Man ist aus der Wolle einer besonderen Schafsrasse hergestellt, von der noch einige Exemplare in St. Kilda und anderen abgelegenen Inseln leben sollen. Die Wolle ist gelblich oder hat die Farbe einer ungehäuteten Bittermandel, und die Einwohner haben eine absolute Vorliebe dafür.

In ganz Schottland, besonders in den nördlichen Hochlanden, wurde das Tuch aus ungefärbter Wolle hergestellt. Weiß und Schwarz fanden vorzugsweise Verwendung für Decken, Plaids und Oberbekleidung, und Grau für die Strümpfe. Der Hodden gray (rauer Wollstoff vom Handwebstuhl) war die allgemeine Bekleidung der Bauern, so wie es in den meisten Teilen des Inlandes und in Irland noch heute der Fall ist. Die Schafschur war den meisten primitiven Stämmen vielleicht noch unbekannt. Die Bewohner der Shetlands rupfen den Schafen auch heute noch die Wolle aus; eine Praxis, die weniger grausam ist, als es sich zunächst anhört, da dies erst dann unternommen wird, wenn sich die Haare schon abgelöst haben und nur noch im jungen Vlies hängen; doch ist dieses Verfahren sehr unüberlegt, da ein Teil des Vlieses durch natürlichen Ausfall verloren geht.

Die Iren trugen aller Wahrscheinlichkeit nach in früheren Zeiten Kleidungsstücke aus Haar. Ein Umhang aus unbekanntem Material wurde in einem Moor in 15 Fuß Tiefe gefunden; und an einem anderen Ort wurde 11 Fuß unter der Erdoberfläche ein Körper gefunden, der in Kleidung aus Haar gehüllt war. Aufgrund der Einzigartigkeit seines Aussehens nahm man an, dass diese aus dem Haar des Elches gemacht war. Wir stoßen auch darauf, dass die Iren in späteren Zeiten als die oben erwähnten „Gürtel aus Frauenhaar und Haarlocken ihrer Liebhaber“ trugen. Kindermädchen und Kinder trugen Gürtel aus fein geflochtenem Frauenhaar. Diese waren eher Schmuck als Gebrauchsgegenstand, doch wir finden auch Fin Mac Coul in „hieland pladdis of hair“ gehüllt.

Wolle ist das Material, das die Kelten schon seit frühesten Zeiten hergestellt und verarbeitet haben mussten, und das Gewebe dürfte auch je nach Können der Arbeiter oder Überfluss an Material unterschiedlich ausgefallen sein. 1786 wurde in einem irischen Moor in einer Tiefe von 17 Fuß neben anderen Dingen auch ein Kleidungsstück ähnlich eines Spenzers oder Jackets gefunden, das aus rauem Wollgewebe bestand.

Manchmal waren die Plaids der Hochländer sehr fein gearbeitet, doch bei der Alltagskleidung gaben sie sich nicht so viel Mühe. Der „cathdath“ oder „cadas“ war eine dicke Sorte, für Männerkleidung, und wie der Name „Kriegsfarbe“ andeutet, dazu gedacht, im Krieg getragen zu werden. Aus diesem gewalkten Tuch wurden Strümpfe, Jacketts und Westen gearbeitet, doch Plaid und Kilt waren immer aus gewöhnlichem Tartan. Tuch wurde für Mäntel verwendet und war allgemein so wie es genannt wurde, hodden gray in den Lowlands und lachdan in den Highlands. „Curtan war ähnlich einer schottischen Decke, aber von feinerer Wolle und schöner gearbeitet.

DAS LUADATH ODER TUCHWALKEN

Das luadath, der Prozess des Walkens oder Säuberns des Tuches, wurde in den Hochlanden in einzigartiger Weise durchgeführt. Sechs oder acht, manchmal sogar vierzehn Frauen, saßen auf jeder Seite eines langen Rahmens aus Flechtwerk, oder eines zu diesem Zweck mit Längsrillen versehenen Brettes, das auf dem Boden liegt.

Das in Wasser eingeweichte Tuch wird dann darauf gelegt, und die knienden Frauen reiben den Stoff mit all ihrer Kraft über das Brett, bis ihre Arme müde werden; dabei singen sie ein besonderes Lied, dessen Melodie mit fortschreitender Arbeit immer lauter gesungen wird. Die folgende Darstellung der Herstellungsmethode von Plaids und die Mühe, die diese Arbeit zur Mitte des 18. Jh. kostete, ist dem Agricultural Report of Caithness entnommen: „War das gewebte Tuch zu Hause angekommen, so wurde es in warmem Wasser gewaschen, und, falls es notwendig war, es zu walken, wurde die Tür ausgehängt und auf den Boden gelegt und darauf dann das eingeweichte Tuch ausgebreitet. Vier Frauen mit nackten Beinen setzten sich dann auf ein wenig Stroh in gleichen Abständen auf jede Seite der Tür, und mit Beginn eines Liedes (ähnlich dem Ran de Vache in der Schweiz) begann jede mit ihren nackten Füßen das Tuch zu durchwühlen und zu treten, bis dem Genüge getan war und es zum Trocknen aufgespannt wurde. Gutes Tuch bringt bei Verkauf 1s pro Yard, und guter Tartan in schönen Farben 1s oder 1s, 2d.“ Diese Tätigkeit und die Einfachheit des Lebens, fügt der Berichterstatter hinzu, sind heute verloren gegangen.

Diese Art des Waschens, die Pennant beschrieb, heißt Luaghadh. Der Bericht geht auf einen englischen Gentlemen zurück, der zufällig in eine Hütte schaute, in der die Frauen so eifrig mit ihrem Tun beschäftigt waren, dass er hastig das Weite suchte und berichtete, er hätte eine ganze Schar wütender Irrer gesehen.

Die Wolle musste anfangs in einer einzigen Farbe oder als Mischung von natürlichem Schwarz und Weiß gewebt worden sein, wie man es heutzutage in Schottland noch oft sieht. Der Prozess des Färbens erhöht die Kosten und ist auch nicht immer durchführbar. Buchanan sagt, die vorherrschende Farbe seiner Zeit wäre Braun gewesen. Blau war die Lieblingsfarbe der bemalten Briten, weshalb Britannien in blauer Kleidung dargestellt wurde.

TARTAN, KEINE NEUE ERFINDUNG

Pinkerton und einige andere Schriftsteller neigten zu der Annahme, der Tartan wäre eine moderne Erfindung. Doch seine alte Tradition unter den Kelten ist schon bewiesen worden; und wenn es eine Herstellungsart der alten Briten gewesen wäre, so wäre es wenig glaubhaft, dass diese den Nachfahren verloren ging. Lesly und Buchanan erwähnen den Tartan als Kleidung der Hochländer, und eine alte Chronik besagt, dass die Bewohner der Westlichen Inseln es liebten, „Tuch (marled cloth) zu tragen mit langen Streifen in verschiedenen Farben. Ihre Vorgänger trugen kurze Mäntel oder Plaids in diversen Farben, die auf unterschiedliche Art und Weise voneinander getrennt waren; und bei einigen dieser Stämme wird der Brauch bis heute beibehalten, doch zum größten Teil ist die heute verwendete Farbe Braun, am ähnlichsten der Farbe des Heidekrauts, mit dem Effekt, dass wenn sie im Heidekraut liegen, die hellen Farben ihres Plaids sie nicht verraten.“

The scottish gael by James LoganIn Argyle und auf den Hebriden stellte man vor der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts den Tartan für die Ärmeren mit ein bis zwei Farben und den Tartan für die Reichen in reichhaltigeren Farben her.“ Beague schreibt 300 Jahre zuvor, dass die Gälen wollene Bekleidung trugen, die unterschiedlich gefärbt war. In den Rechnungen von John, Bischof von Glasgow und Schatzmeister von König James III, im Jahre 1471, finden wir folgende Gegenstände:

„Ane elne and ane halve of blue Tartane to lyne his gowne of cloth of gold. 1Pfund, 10 s. for elne and ane halve of Tartane, for a sparwort shoun his credill, price ane elne 10s. Halce ane elne of doble Tartane to lyne ridin collars to her lady the Quene, price 8 shillins.”

In Taymouth, dem Sitz von Lord Braidalban, gibt es ein Porträt von Sir William Wallace, auf dem der Patriot mit einem Tartanplaid dargestellt ist, der über der Brust mit einer großen Brosche gehalten wird. Die Authentizität des Bildes mag fraglich sein, aber bei einem etwas rohen Gemälde ist es möglich, dass es durch eine Kopie erhalten wurde, wie es mit demjenigen von William the Lion passiert war, in der Halle der eingetragenen Gewebe in Aberdeen, von dem man weiß, dass es von einem sehr alten und verwitterten Gemälde abgemalt worden ist, das hundert und mehr Jahre zuvor gemalt wurde. Wenn dies mit dem fraglichen Bild nicht geschehen ist, ist es doch älter als die Periode, in der viele die Einführung der Tuchherstellung ansiedeln. Diese muss von den Urstämmen weitergegeben worden sein, aber durch den Wechsel der Umstände sind die Muster nicht so reichhaltig. Der Name breacan, den die Hochländer ihrer Oberbekleidung geben, leitet sich von breac kariert her, und ist ein handfester Beweis für sein Alter.

Achy Edgathach, ein irischer Gesetzgeber, soll die Farbvorschriften für jene Leute erlassen haben, die sich mehr Ansehen und Respekt erworben haben, als der ganze Schmuck des Ostens. Die Anzahl der Farbtöne in der Kleidung der Caledonier zeigte die soziale Stellung des Trägers an; ein König oder Chief trug sieben Farbtöne, ein Druide sechs und andere Edelleute vier in ihren Gewändern. In späteren Zeiten dürften dann jene, die es sich erlauben konnten, je nach Geschmack eine ganze Vielfalt kräftiger Farben eingeführt haben, während die Armen dazu gezwungen waren, ihr Tuch einfarbig zu lassen. Grün und Schwarz, mit einem gelegentlichen roten Streifen scheinen dominiert zu haben, doch waren manche Gegenden für ihren eigentümlichen Geschmack bekannt, wie Badenoch, wo roter Tartan vorherrschend war, oder Lochaber, wo das Muster bemerkenswert ornamentiert war etc.

VERSCHIEDENE FÄRBETECHNIKEN

Die Hochländer hatten weder Cochenille (roter Farbstoff der Cochenille-Laus), Lac (ein Harz des Insekts Coccus lacca, das hauptsächlich auf dem indischen Banyanbaum lebt, für purpur und rot verwendet), ausländische Hölzer, noch andere ausgezeichnete Substanzen, um ihrem Breacan verschiedene Farbtöne zu verleihen; doch die heimischen Hügel boten Dinge mit deren Hilfe sie die Kunst der Herstellung brillanter, dauerhafter und angenehmer Farben erfanden.

Caledonien war tatsächlich nicht so reich an Materialien wie Gallien, wo das Volk eine hohe Kunstfertigkeit erreichte. Allein mit der Verwendung von Pflanzen für den Färbeprozess erreichten sie solch schöne Farbtöne, dass sie die Bewunderung der verfeinerten Griechen und Römer auf sich zogen. Sie besaßen eine Farbe, die es mit dem Tyrischen Purpur aufnehmen konnte. Es heißt, dieser Ton wäre durch Verwendung der Hyazinthe erreicht worden; das Vaccinium jedoch, das von einigen Kommentatoren für eine bestimmte Pflanze gehalten wurde und von anderen für die Blaubeere, findet bei Plinius besondere Erwähnung als Färbemittel, um diesen Farbton zu erreichen. Die Hyazinthe, so Plinius, gedieh in Gallien überaus gut und wurde zum Färben von Rot verwendet. Diese Völker stellten auch Scharlachrot, Violett und alle Arten schöner Farben durch den Gebrauch von Pflanzen her. Ersteres wurde aus den Samenkörnern der Brombeere gewonnen, wie sie uns sagten, die Griechen dagegen benannten den Coccos (getrocknetes, einsamiges Fruchtblatt einer Frucht). In Lusitanien wurde das königliche Scharlachrot hergestellt.

Die Gallier, so berichtet Plinius, waren weiser als andere, da sie nicht ihr Leben aufs Spiel setzten, um fremde Länder und Meere unsicher machten, um an ihre Färbematerialien zu kommen und an Dinge, um den wilden Pöbel zufrieden zu stellen, sondern „mit exzellenter Haushaltsführung und Ökonomie blieben sie sicher auf dem trockenen Land und sammelten ihre Pflanzen um solche Farben herzustellen“.

Die britischen Kelten waren vielleicht nicht in der Lage, ihren Stoffen solch kräftige Farben zu verleihen, wie sie bei den Geweben der kontinentalen Keltenvölker auftauchten. Diese hatten verschiedenste Dinge, die sie erfolgreich in der Wollefärbung einsetzten; doch wenn sie sich auf den Krieg vorbereiteten, zogen sie dunkle Farben vor. Rinde der Erle wurde für Schwarz verwendet, die der Weide erzeugte Fleischfarbe. Corkir oder crotil geal, eine aus Steinen gewonnene Substanz, wurde von den Bewohnern der Westlichen Inseln verwendet, um „eine hübsche karmesinrote Farbe zu erhalten“, und eine weitere, ähnliche Substanz, namens crotil dubh „von dunkler Farbe“. Eine Wurzel namens rue wurde einst viel gesammelt, um einen Rotton zu erzeugen, doch ist das Sammeln heute streng verboten, da der Sandboden sonst seinen Halt verliert und über das ganze Land geweht wird. Von den Hochländern wurden andere Pflanzenextrakte verwendet, die schönere Farben erzeugen konnten, als allgemein angenommen. Die caledonischen Frauen, die „das Gewand für ihren Liebsten webten“, erzeugten damit Farben „wie von einem Regenbogen“. General Stewart erwähnte, dass er Exemplare von sehr altem Tartan gesehen habe, der die Farbtöne in seiner ursprünglichen Brillianz bewahrte; und ein Herr versicherte mir, dass er ein über zweihundert Jahre altes Kleidungsstück gesehen hatte, dessen Farben immer noch vortrefflich waren. Die Färbematerialien wurden aus den heimatlichen Hügeln beschafft; genau wie die Gallier suchten sie nicht nach Materialien, die in anderen Ländern hergestellt wurden. Ein gewisser Mr. Gordon aus Kirk Michael, Banffshire, erwähnte um 1755 eine einfache Methode, um aus Crotil, Cupmoss oder Flechte einen eleganten Purpurton zu gewinnen, dem er den Namen Cudbear gab, entweder von „cuid a bear“, was am wahrscheinlichsten ist, oder in Anspielung auf seinen eigenen Namen Cuthbert. Im Scots’ Magazine von 1776 veröffentlichte er eine Urkunde von verschiedenen Färbern, dass sie es erfolgreich einsetzten. Es wurde folglich ein Handelsartikel und 1808/1809 wurde es im Wert von 4 Pfund bis 500 Pfund von den Felsen in den Bezirken Aberdeen und Banff gekratzt. Mr Gordon jedoch erreichte nicht die Perfektion in der Farbgenauigkeit wie viele Bewohnerinnen seines Landes.

„Gib mir Ochsenblut und Kalk“, sagte ein Hochländer zu einem Freund von mir, „ und ich werde dir schöne Farben herstellen.“ Jede Bauersfrau war in der Lage, Blau, Rot, Grün, Gelb, Schwarz, Braun und deren Mischtöne zu färben.

Wenn wir die Sorgfalt betrachten, mit der die Hochländer die Muster ihrer verschiedenen Tartans entwarfen und bewahrten, und auch den Stolz, mit dem sie dieses Handwerk betrieben, müssen wir glauben, dass die Färber keine Mühe dafür scheuten, ihre ausgezeichnete Handwerksarbeit zu bewahren und weiterzuentwickeln.

CLAN TARTANS

„Es gehört eine Menge Scharfsinn dazu, Farben so auszuwählen, dass sie zur gewünschten Vorstellung passen. Aus diesem Grund haben die Frauen alle Mühe damit, das exakte Muster des Plaid auf einen kleinen Stab zu knüpfen, mit der genauen Anzahl der Fäden.“ Die Bauersfrau färbte ihre Wolle generell selbst, auch wenn es in der Nachbarschaft einige kleine Färbereien gegeben haben dürfte; und auch wenn sie ihr Material selbst färbte oder andere damit beauftragte, war das Webmuster dennoch nicht der Fantasie des Webers überlassen. Er erhielt seine Anleitung in Form eines kleinen Stabes, um den die exakte Anzahl der Stäbe geknüpft war; eine Praktik, die bis auf den heutigen Tag durchgeführt wird. Sir Benjamin West bezeichnete die Clantartans als Exemplare des landestypischen Geschmacks und sagte, dass in der Komposition der verschiedenen Muster und der Kombination und Gegensätzlichkeit der Farben eine große Kunst läge.

Die besonderen Setts, oder Muster, des Tartan, die für jeden Clan anders gestaltet sind, müssen schon sehr früh festgelegt worden sein. Alle Stämme und alle Inseln unterschieden sich voneinander „in der Form, wie man die Plaids herstellte, was die Streifen, die Breite und die Farben betraf.“ Der breacan der Hochländer war eine Art Mantel, der über der Rüstung getragen wurde, auch Tabard genannt, anhand dessen man direkt den Namen und Clan des Trägers erkennen konnte. Zur gleichen Zeit aber, wenn sie ihre Hauskleidung trugen, frönten sie ihrer Vorliebe für Phantasiemuster. In der Jugend galt ein Plaid, in das verschiedene Farben eingewebt waren, als wertvoller Lohn für gutes Verhalten, und es scheint, dass dieses Plaid im Lauf der Jahre von jenen immer mehr geschätzt wurde. Ein altes Lied lässt einen Kelten, der um eine Lowländerin wirbt, folgendes sagen:

„Bra’ sall the setts o’ your braid tartans be,

If ye will gang ro the north Highlands wi’ me.”

Tartans werden in den allgemeinen Beschreibungen in grüne und rote unterschieden, je nachdem welche der beiden Farben dominiert. In den fünf Regimentern, die noch den Kilt tragen, ist es die Erstere. Das Muster des 42. Regiments ist das einfachste und meist verbreitete, und wird oft auch Black-watch genannt, aufgrund des alten Namens des Corps, das deshalb so genannt wurde, weil es nur Tartan trug. Die rote Jacke ist eine spätere Abänderung. Die regulären Farben sind Blau, Schwarz und Grün, doch wird zwischen den grünen Streifen oft noch ein roter eingezogen. Diese Hinzufügung soll auf Lord Murray zurückgehen, der dieses Regiment sowie die Athols kommandierte, und um die beiden Setts zu unterscheiden, übernahm er das Rot aus dem alten breacan feile. Es erschien mir nicht gerade uniform, dass beide Setts nur mäßig getragen werden sollten. Die Truppe trug weiterhin Tartan mit demselben roten Muster, das auf der ursprünglichen Uniform der Piper und Drummer zu finden war.

Die 78th oder Ross-shire Highlanders tragen den MacKenzie-Tartan, der aus dem gleichnamigen Clan hervorging.

Die 79th oder Cameron Highlanders tragen ihren entsprechenden und schön gestalteten Tartan.

Die 92th oder Gordon Highlanders, tragen ihr eigentümliches Sett, das sehr gefällig ist, während die 93th den Sutherland-Tartan tragen, der sich vom einfachen Sett des 42th nur durch das hellere Blau und Grün unterscheiden.

Das 71. Regiment, oder Mac Kenzie Highland light infantry, trug bei ihrer ersten Aufstellung ihr eigenes Clan-Plaid; die 72nd oder Seaforth Highlanders, ebenfalls ein MacKenzie-Regiment, trugen den gleichen Tartan; doch der spätere Duke of York führte bei seinem Corps nach dessen Rückkehr vom Kap der guten Hoffnung eine neue Mode ein, nannte sie „The Duke of Albany’s own Highlanders“ und gab ihnen ein Schärpen-Plaid sowie Hosen im königlichen Tartan. Es ist außergewöhnlich, dass diese beiden Regimenter, die das älteste Clancorps verkörperten, Hosen tragen sollten, die zuvor nur auf lahme, kranke oder alte Hochländer beschränkt waren! Dies führte im Clan und im Land zu großem Verdruss.

Gewiss dachten Lord MacLeod, der älteste Sohn der MacKenzies, Earl of Cromarty, der das 73. aufstellte, jetzt das 71., und MacKenzie, Earl of Seaforth, der das alte 78. verkörperte, heute das 72., niemals an eine so unnötige und dem keltischen Sinn gegenüber so rücksichtslose Änderung. Wer auch immer die hohe Ehre hat, die britische Armee zu befehligen, sollte nicht vergessen, wie sehr die hoch gesinnten und tapferen Gälen ihre Nationaltracht verehren; und da diese Regimenter immer noch den Namen „Highlanders“ tragen und auch aus solchen bestehen, ist zu hoffen, dass ihre angemessene Militäruniform wieder eingeführt wird.

Ich kann es leider nicht vermeiden, eine seltsame Praktik in einigen Hochlandregimentern zu erwähnen, und zwar erscheinen dort die Offiziere nur selten in einem Feilebeag (Kilt), außer bei Paraden und besonderen Anlässen! Dies ist eine unschickliche Vorstellung; oder ist es nur den Privatleuten erlaubt den Kilt zu tragen? Das ist eine seltsame Unstimmigkeit und ein sehr unmilitärischer Brauch, von dem ich annehme, dass dafür die jeweiligen Colonels oder Adjutanten verantwortlich sind. Da ich vier, fünf Jahre lang dort gelebt habe, wo das 78. stationiert war, muss ich dieses Corps von den obigen Beschuldigungen ausnehmen, da Offiziere und Männer immer in der angemessenen Uniform gekleidet waren.

Seine Majestät, und alle Zweige der königlichen Familie, tragen das königliche Plaid des High Steward of Scotland, wie in der Abbildung des Clanchiefs gezeigt und auf der Tafel der Tartans beschrieben. Seine königliche Hoheit, der Duke of Sussex, hat ein eigenes Muster, das auf der Tafel erklärt ist. Es wird für Inverness getragen, wo ihm der Titel des Earl verliehen wurde. Alle regulären Tartans sind so gefertigt, dass in den Falten des Kilts und Plaids, die im sogenannten quilled oder box plaiting geformt sind, ein besonderer Streifen erscheinen sollte. Dieser ist im Gordon-Sett gelb, im MacKenzie weiß, etc., und wann immer ein Muster nicht auf diese Art und Weise erstellt werden kann, ist das Gewebe unregelmäßig. Somit kann ein Webfehler beim Schneidern eines Jackets stören, welches eine beachtliche Menge Stoff benötigt, da dieser diagonal geschnitten wird, eine Arbeit, die viel Fingerspitzengefühl und Fertigkeit verlangt.

Die Tafel im Anhang zeigt die exakten Tartanmuster, entsprechend der einzelnen Clans. Sie ist so genau, wie es der aufwändigste persönliche Einsatz und die tatkräftige Unterstützung hochgeschätzter und in der Sache bewanderter Freunde vermochten: doch gibt es immer noch viele Clans, besonders in den Lowlands, die ihnen eigene Tartans haben, die in der Tafel nicht enthalten sind.

Die Hochland-Gesellschaft stellte sich vor einigen Jahren der löblichen Aufgabe, Exemplare der verschiedensten Tartans der schottischen Kelten zu sammeln und es gelang ihr, eine große Anzahl davon zu beschaffen. Wenn wir uns die harten Gesetze betrachten, die erlassen wurden, um den Hochländern das Tragen der auf diese Art hergestellten Kleidung zu verbieten, und die lange Periode, in der diese Gesetze rigoros verschärft wurden, mit dem Gesetz der sofortigen Aufhebung des Clanswesens, dieses ehrenwerten Monumentes der Politik unserer Vorfahren, was einem Todesstoß für die hochgeschätzte Institution der Gälen war, müssen wir aufhören, uns darüber zu wundern, dass so viel von den alt überlieferten Bräuchen und Tätigkeiten verloren gegangen ist, und dass wir doch ziemlich überrascht sind, dass noch so viel „die Aufhebung der ehrenwerten Gerichtsbarkeit“ überlebt hat.

Es wird auffallen, dass in der Liste keine Familientartans eingetragen sind. Die Forschungen der Hochland-Gesellschaft, die einen zusätzlichen Antrieb durch Besuch unseres Monarchen in Schottland bekam, wo die Chiefs ihre Anhänger sandten, um ihn zu begleiten, und wo die keltische Gesellschaft in angemessener Kleidung die Leibgarde seiner Majestät bildete, unter anderen Umständen als sonst, die das Tragen der Uniform notwendig machten, hatten viel Neugierde unter allen Klassen erregt, die sich über die einzelnen Tartans und Badges vergewisserten, die sie zu tragen berechtigt sind. Dieses ehrbare Gefühl führte leider zu einem voraussehbaren Ergebnis; phantasievolle Varianten aller Tartans und Badges wurden als echt ausgegeben, und der Versuch, darauf einen Anspruch zu erheben, war wahrscheinlich die eigentliche Absicht vieler. Ich bin dennoch überzeugt, durch die Ehrbarkeit meiner Informationsquellen, dass meine Angaben von allen bisher veröffentlichten die korrektesten sind. Indem ich sie der Öffentlichkeit darlege, lege ich mir selbst auf, von Vorurteilen und Parteinahme frei zu sein.

GESCHMACKVOLLE FARBKOMBINATIONEN

Es ist offensichtlich, dass Familientartans größtenteils nach dem persönlichen Geschmack gestaltet sein müssen; denn auch wenn viele zweifellos von alter Herkunft sind, waren sie dennoch nicht charakteristisch für die Stämme. Einige haben sich auch neulich besondere Tartans zu eigen gemacht, während andere mit gefälschten Tartans getäuscht wurden.

Die Schwierigkeiten, eine korrekte Liste zu erstellen, muss einem nachgesehen werden, und auch ohne die ganzen Varianten anzugeben, wäre die Liste unbefriedigend und unvollständig. Da der Autor ein Werk eigens für Tartans und Badges mit Abbildungen vorbereitet, ein aus oben genannten Gründen sehr wünschenswerter Zweck, ergreift er hier die günstige Gelegenheit, von jenen Adligen und Herren, die ein Interesse an der Sache haben, Informationen oder Muster zu erbitten.

Die Notwendigkeit dieser Listen ist ganz offenbar. Jeder, der gerne seinen Clantartan besitzen möchte, könnte sich durch Nachschauen auf der Tafel informieren und sich mit diesem Wissen beim Kauf vor Fälschungen schützen. Der Vorteil der genauen Angaben zu Hersteller und Händler ist klar ersichtlich. Sie werden, durch diese Angaben, in der Lage sein, das genaue Sett eines jeden Clantartans anzubieten.

Das Wort tartan leitet sich von gälischen tarstin oder tarsuin ab und bedeutet „überkreuz“. (15)Ein Freund hat eine geistreiche Etymologie des cath-dath vorgebracht, bevor es als „Kriegsfarbe“ übersetzt wurde: Es wäre sehr passend, es als „Krieg der Farben“ zu bezeichnen, wenn sie untereinander um die brilliantesten Farben wetteiferten. Das französische Tyretaine, eine Art Wollstoff, ist selbstverständlich gallischer Herkunft. John de Meum, der das Werk Romance of the Rose weiterführte, erwähnt scharlachroten Wollstoff namens Tyretaine, der für ein Damenkleid verwendet wurde.

Diese Herstellungsweise scheint in Frankreich unbekannt zu sein. Ein Herr, der den Kontinent vor einigen Jahren kreuz und quer bereiste, erklärte, dass er nirgendwo eine einheimische Herstellung dieses Stoffes antraf. In einem Brief, den ich kürzlich von ihn erhalten habe, schreibt er: Es ist eine gesicherte Tatsache, dass Tartan nirgendwo hergestellt wird, ich glaube, nicht einmal in England, wie es eigentlich sein sollte. Ein französischer Tuchhändler versicherte mir, dass diese Herstellungsart in Frankreich nie eingesetzt wurde."

Stirling, in Schottland, war lange Zeit berühmt für die Herstellung dieses Stoffes, und ein sehr feines Gewebe, besonders in scharlachrot, dass die Hochländer aus ihren eigenen gefärbten Stoffen nicht herstellen konnten, war als „Stirling-Tartan“ bekannt. Ein alter Weber in dem Dörfchen Bannockburn, ganz in der Nähe, wurde wegen seiner eingehenden Kenntnis der verschiedensten Muster „Lord Lyon der Tartan-Heraldik“ genannt.

Es wurde prophezeit, dass „ die geschmacklose Regelmäßigkeit und die vulgäre Buntheit“ dieses Stoffes sie für immer davor bewahren wird, jemals von der feinen Gesellschaft akzeptiert zu werden. Wie muss sich der Geschmack in unserer gegenwärtigen Zeit geändert haben, wenn der Tartan nicht nur auf den Britischen Inseln, sondern in der gesamten zivilisierten Welt als modern und fein gilt. Ein bestimmter Autor brandmarkte ihn als „das schädlichste für das Auge“. Sir Benjamin West, dessen Ansicht wahrscheinlich die richtigere ist, drückte dagegen seine Anerkennung aus, gegenüber dem feinen Effekt, der aus der Kombination verschiedener Farben entsteht.

DIE KLEIDUNG

Es ist kaum möglich, die Kleidung der alten Kelten befriedigend darzustellen, ohne eine ganze Serie an Abbildungen, da ihre Kleider sehr variiert zu sein schienen. Es ist bedauerlich, dass es kein Monument in ausreichendem Alter mehr gibt, nach dem wir die Kleidung dieses Volkes mit Sicherheit bestimmen könnten. Die Griechen haben von ihnen einige Darstellungen; ein Bild der gallischen Schlacht von Mysia, das im Turm der Athener zu sehen war; und auch die Pergamoner, die in einer ihrer Invasionen den Kelten Widerstand boten, behielten ihre Beute und hatten Bilder sowie Skulpturen, die sie beim Handel mit den Kelten zeigten. Es gab ebenso Abbildungen von Galliern in Rom, doch aus einer späteren Periode, und es waren wahrscheinlich Sklaven darauf abgebildet. Die Darstellungen waren nicht respektvoll, sondern sollten die Niedrigkeit dieses Volkes zur Schau stellen und Abscheu erzeugen.

Man glaubt, dass es keinerlei Statuen der Gallier gibt, die aus der Zeit vor der römischen Unterjochung stammen, einer Zeitepoche, die zu jung ist, um deren ursprüngliche Kleidung darstellen zu können. Die Reliefdarstellung auf der Vignette in Kapitel I. stellt gallische und germanische Krieger dar; sie stammt von der Trajan- und der Antoniussäule. Die Darstellung am Beginn dieses Kapitels zeigt einen Keltiberer mit dem Skorpionswappen und eine Gallierin von einem Relief, das bei Langres entdeckt wurde.

Diese Überbleibsel, die man mit größter Wahrscheinlichkeit den keltischen Einwohnern zuschreiben kann, zeigen augenscheinlich keltische Personen, die schon starke Einflüsse ihrer Eroberer aufweisen.

Das einfachste Gewand war der Sagum, der vorne oder auf der Schulter geschlossen wurde, allgemein mit einer Brosche; oder, wenn der Träger nichts besseres zur Verfügung hatte, erfüllten ein Dorn, oder ein Stück Holz den gleichen Zweck. Whittaker gibt an, dass die Briten ihn auf beiden Schultern schlossen. Alle Germanen trugen ihn, und waren dort, wo er nicht hinreichte, nackt. Auch die Lusitanier und Iberer trugen ihn und der Sagum war lange Zeit ein Hauptelement der Kleidung dieser Völker. Favin, aus dem Kloster St. Gallen, beschreibt die Franken als so erfreut am gestreiften Sagum, dass sie ihn ihrem eigenen langen Mantel vorzogen.

Der Sagum, entweder aus einfachem Fell oder rauer Wolle, wurde schon lange getragen, bevor man daran dachte, auch Kleidungsstücke für andere Körperteile herzustellen; jedoch der Kleidungsstolz, eine große Leidenschaft der Kelten, und das Kriegshandwerk, vorzüglich zur Selbstdarstellung geeignet, führten zur Entwicklung einer aufwändigeren Kleidungstracht.

In späteren Zeiten fügten die Gallier ihrem Sagum oder Umhang noch eine Kapuze namens Cucullus oder Bardo-Cucullus an, die von Soldaten und der Landbevölkerung getragen wurde. Dieser war hauptsächlich bei den Xanten in Gebrauch und die Bauern in einigen Teilen Frankreichs halten bis zum heutigen Tage daran fest. Die Gallier gaben ihr buntes Sagum an die Franken weiter und die Briten ihres an die Sachsen.

Das Carac-challamh, war laut Macpherson eine Art Oberbekleidung, die laut Pinkerton geschlossen getragen wurde. Der Vorname Caracalla, der dem römischen Imperator gegeben wurde, leitete sich von einer Art gallischer Robe ab. Mit Gallica-Palla bezeichnete Martial einen Überwurf der Männer. Die Highlander benannten die Lowlander nach dem gälischen Begriff für einen langen Mantel, luchd nan cosag.

Die Militärkleidung der Kelten hatte mehr den Zweck der Zurschaustellung als den zur Verteidigung, denn sie dachten gar nicht an Rüstungen und waren im Krieg daran gewöhnt, sich fast ihrer gesamten Kleidung zu entledigen. Diodorus sagt, sie verachteten den Tod so sehr, dass sie im Kampf nur einen Lendenschurz trugen. In der Schlacht von Cannae, als sie auf diese Art und Weise kämpften, konnte diese nicht fehlschlagen, so „seltsam und furchtbar sie anzusehen waren, nackt bis zur Taille“. Auch die asiatischen Kelten hatten den Brauch, nackt zu kämpfen.

Laut Solinus behielten die Iren den Brauch bei, sich im Kampf der gesamten Kleidung zu entledigen; und Spencer, laut ihm war der Mantel deren einzige Bekleidung, bemerkt dazu, dass es leicht und bequem war, ihn abzulegen. Die schottischen Hochländer führten diesen Brauch, ihre Jacken und Plaids abzulegen, bis zum Beginn des 18. Jh. fort. Martin beschreibt ihre Kampfweise folgendermaßen: Der Chief eines jedem Stammes rückte, nachdem die Pfeile verbraucht waren, mit einem Schuss vor, wozu er zuerst seine Oberbekleidung ablegte, und nach einem Generalangriff attackierte er aut mors cito, aut victoria laeta.

Die Tunika wurde zuerst nur von sehr Wohlhabenden getragen. Sie lag eng am Körper an, wurde mit einem Gürtel um die Mitte gehalten und reichte bis über die Oberschenkel. Die Belgier hatten eine geschlitzte Ausführung, mit Ärmeln, die von den Schultern bis zur Hüfte reichten. Die Briten nannten sie Cota und trugen sie zuvor offen, mit Ärmeln, die bis zu den Händen reichten und in der Länge bis zu den Knien. Die Tunika von Bondiuca war lang und fiel in Falten. Die Thraker in Xerxes’ Armee trugen eine Weste über einer verschiedenfarbigen Robe. Die Skythen erscheinen auf dem Theodosiusbogen in der gleichen Tracht gekleidet wie die Germanen.

Die Würdenträger unter den Galliern trugen laut Strabo eine mit Gold und feinen Farbtönen verzierte Weste, die Coenas genannt wurde.

Ein gallisches Denkmal zeigt eine Person, die in eine gestreifte Tunika gekleidet ist, die mit einem Gürtel geschlossen ist und bis zu den Knien reicht. Einige Fragmente wurden im Jahre 1711 im Chor der Kathedrale von Paris ausgegraben. Diese zeigten sechs Gallier, alle bewaffnet und in lange Gewänder mit weiten Armen gekleidet; auch der Sagum taucht auf einigen Fragmenten auf. Die Beine erscheinen nicht immer, als wären sie nackt; manchmal sind sie mit einer Art Hose bekleidet zu sehen, sogar dann, wenn die Arme nackt sind.

Eine Figur, die nach dem großen Feuer in London gefunden wurde, hatte langes, fließendes Haar, einen über die Schultern geworfenen Sagum, einen Gürtel um die Mitte und nackte Beine.

Ein Fragment einer Skulptur, die aus den Ruinen des Antoniuswalls ausgegraben wurde und nun in Croy aufbewahrt wird, zeigt drei Figuren, die aller Wahrscheinlichkeit nach für Caledonier gehalten werden können. Die Kleidung ist der Nationaltracht genau gleich und ähnlich derjenigen der alten Kelten.

Gildas beschreibt die Scoten und Pikten seiner Zeit als nur mit einem Lendenschurz bekleidet; und auf dem bemerkenswerten Obelisk bei Forres, um County Maray, sind die Scoten in eine Tunika gehüllt dargestellt, die um die Hüfte zusammengehalten wird.

Die Sachsen trugen die kurze Tunika, die sie von derjenigen der Kelten ableiteten, die eine grundlegende Abneigung gegen den langen Mantel hatten. Sie war sehr bequem, wo Behändigkeit und Beweglichkeit gefordert war, dass sie von Personen jeglichen Standes getragen wurde und war auch die generelle Militärkleidung. Gewöhnlich endete sie etwas über dem Knie und war manchmal auf beiden Seiten offen. Eginhart versichert uns, dass Charlemagne die kurze Tunika trug, streng nach traditioneller Trageweise. Sie reichte nur bis zu seinen Knien; und Charles the Bold ist in einer alten Handschrift mit zwei Männern in der der gleichen Kleidung abgebildet, die Beine von den Knien abwärts nackt, mit Ausnahme der Sandalenschnüre, die bis zur Mitte der Wade hinaufreichten, und einem Sagum, der auf der Schulter mit einem Knopf geschlossen wurde.

Der Breacan-Feile, wörtlich der karierte Umhang, ist die ursprüngliche Kleidung der Hochländer und bildet den Hauptteil der Tracht; während die anderen Kleidungsstücke, obwohl ebenfalls keltisch, und nun charakteristisch für Schottland, diesem einzigen Überbleibsel des ältesten Kleidungsstückes untergeordnet sind.

Der Breacan in seiner einfachen Form wird heute selten gebraucht. Er bestand aus einem einfachen Stück Tartan, ca. zwei Meter breit und vier bis sechs Meter lang. Beim Ankleiden wurde dieser in der Mitte sorgfältig in Falten gelegt, in einer Breite, die den Maßen des Trägers entsprachen und noch genug Stoff übrig ließen, um von einer Seite auf die andere zu reichen und die Vorderseite des Körpers zu bedecken, indem der Stoff überlappte. Der so arrangierte Plaid wurde mit einem Ledergürtel fest um die Lenden gegürtet, so dass die untere Seite bis zur Mitte der Kniescheibe reichte, und das Tuch hinten in Falten lag und vorne doppelt übereinander geschlagen war. Der Oberteil wurde danach mit einer großen Brosche oder Nadel auf der linken Schulter befestigt, und zwar so, dass beide Enden, um sie möglichst geschmackvoll zu arrangieren, manchmal auch herabhängen durften; doch das auf der rechten Seite, notwendigerweise das längere, wurde gewöhnlich unter den Gürtel gesteckt, wie in der Abbildung des Gordon im Kupferstich zu erkennen ist. Im Krieg, auf Reisen und bei anderen Gelegenheiten gab dies der Tracht eine besondere wallende Erscheinung und Anmut.

Durch diese Beschreibung wird deutlich, dass der Hochländer beim Ankleiden einige Hilfe benötigte, wenn er das Gewand mit der erforderlichen Genauigkeit anlegen wollte, doch war es gewöhnlich ausreichend, den Breacan auf einer Kiste oder einem Tisch auszubreiten oder über eine Stuhllehne oder anderes zu hängen, im Freien legte er ihn auf einen Abhang oder über einen Felsen, schloss den darunter liegenden Gürtel mit dem Stoff um die Taille und die Sache war erledigt. Dennoch war er so peinlich genau, dass er beträchtliche Mühe aufwendete, nach dem Ankleiden die Falten genau zu arrangieren.

Das Tuch, aus dem dieser Teil der Kleidung besteht, war lediglich ein Plaid oder ein Stück Tartan. Wenn es in oben beschriebener Weise angelegt wird, erhält es in den Lowlands die angemessene Bezeichnung „Belted Plaid“, um es von der gewöhnlicheren Trageweise zu unterscheiden, bei der es hauptsächlich über die linke Schulter geworfen wird, während man darunter leichte Kleidung trägt.

Der Belted-Plaid war in vielen Teilen der Distrikte, die von den Hochländern als Lowlands bezeichnet wurden, als Kleidungsstück keineswegs unbekannt. Er war besonders für die Viehhirten geeignet und stellte bis zum Ende des 18. Jh. in den inneren Gebieten von Aberdeen, Banff und anderen Bezirken nördlich der Grampians die übliche Bekleidung der Hirten dar. In dem alten Lied vom „Baron of Braikley“ von 1666, sagt ihm seine Frau, er solle keine Angst davor haben, von den Farquharsons angegriffen zu werden, denn „they were only herd widdifu’s wi’ belted plaids.“

Diese einfache Bekleidung ist bis heute in der Uniform der Hochlandregimenter erhalten geblieben, die eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Breacon ist. Sehr viel bequemer und auch von der Gesellschaft mehr akzeptiert, wird der Beltes-Plaid von den heutigen Hochländern sehr viel getragen. Der Unterschied ist, dass zuvor Ober- und Unterteil aus einem Stück bestanden und heute aus zwei, wobei das Unterteil durch Vernähen fixierte Falten hat und oft ohne das Oberteil getragen wird. Der Plaid ist rund um den Körper befestigt und hängt von der Schulter herab, um, durch eine besondere Aufmachung von Seiten des Schneiders, die alte Form zu imitieren. Das lose Ende besteht aus einem kleinen dreieckigen Stück Stoff, das auf der rechten Seite herabhängt, wo das Ende des Breacan unter den Gürtel gestopft wurde. War der Hochländer auf dem Schlachtfeld, bei der Jagd, beim Viehhüten oder auf der Reise, so kleidete er sich in den Feile-Breacan; blieb er zu Hause, so trug er den Feile-Beag, der am bequemsten war.

Der Schulter-Plaid wird von den heutigen Hochländern hauptsächlich als Zierde getragen, wie man beim 72. Regiment sehen kann, da er für den ursprünglich geplanten Zweck viel zu schmal ist. Dennoch ist er dazu geeignet, sehr kleidsam drapiert zu werden.

Wird die Hochlandtracht von jemandem getragen, der weiß, wie man sich darin kleidet, ist sie unzweifelhaft eine der malerischsten Trachten der Welt. Andere Länder haben vielleicht eine Tracht, die dem Feile-Beag, oder Kilt, ähnelt, doch der Belted-Plaid ist unbestreitbar die Erfindung der Gälen und hat keine Ähnlichkeit, weder in seinem Material noch in seiner Trageweise, mit der Tracht irgendwelcher anderen Völker.

Die großzügigen Falten des Tartan, immer so gelegt, dass sie den charakteristischen Streifen zeigen, mit großer Sorgfalt arrangiert und graziös von der Schulter herabhängend, bilden eine gefällige und elegante Drapierung, die das Gewand, so wie es war, insgesamt darstellt, mit einem Gesamteindruck, der von den Extremen asiatischer und europäischer Kleidung weit entfernt ist. Es hat etwas von dem sanften Fließen orientalischer Kleidung, passend zur Lässigkeit und Weiblichkeit der östlichen Völker; und da es die kantige Förmlichkeit und Steifheit der europäischen Trachten vermeidet, vereinigt es in sich Leichtheit und Eleganz.

Es ist bekannt, dass das Alter der Nationaltracht in Frage gestellt wurde, und auch das Recht der Schotten, sie als Original zu bezeichnen, wurde ihnen nicht zuerkannt. In dieser Hinsicht hat es die Tracht nicht besser getroffen, als all die anderen Besonderheiten, die diesen interessanten Teil des britischen Königreichs vom Rest unterscheiden.

John Pinkerton, ein für seine antigälische Gesinnung berüchtigter Autor, dessen Gelehrsamkeit von Wut- und Jähzornsausbrüchen getrübt wird, die er, nichtsdestoweniger, bei anderen mit unmäßiger Härte beanstandet, behauptet, dass das Alter des Feile-Beag der Hochländer doch sehr fragwürdig sei; dass er „nicht alt sei, aber einzigartig und an ihr primitives Leben angepasst – er wäre unbekannt bei den Walisern und Iren und ein Kleidungsstück der Sachsen, die sich keine Hosen leisten konnten, etc.“ Davor bemerkte er, dass „Hosen bei den Kelten unbekannt waren, von Anfang an bis zum heutigen Tag!“

Auch tauchten in verschiedenen Publikationen immer wieder Artikel auf , die das Alter des Feile-Beag erörterten, generell aber in der Hinsicht, seine späte Annahme unter den Hochlandvölkern zu beweisen. Diese Mitteilungen sind in vielen Fällen auch beantwortet worden, manchmal sehr fundiert, doch meistens ohne Effekt. Berufungen auf die Tradition sind keine sehr überzeugenden Argumente gegen das augenscheinliche Zeugnis der geschichtlichen Aufzeichnung, aber die Passagen, die ausgewählt wurden, um aufzuzeigen, dass die Hochländer von vor undenklichen Zeiten bis heute nicht diese Kleidung trugen, zu der sie ein so enges Verhältnis haben, weisen natürlich nicht die Sichtweise auf, dass die Kleidung von außen herangetragen worden sein könnte. Dieser Punkt ist dennoch so unbestreitbar klar und eindeutig, dass es unnötig ist, diese Schreiber, von denen viele anonym sind, zu widerlegen. In Dr. Meyricks ausgezeichnetem Werk ist Alexander I. auf seinem Siegel dargestellt, mit Feile-Beag und rundem Schild. Fordun, der darüber im Jahre 1350 schrieb, beschreibt die Hochländer als „forma spectabilis, sed amictu deformis.“ Major, der zu Beginn des 16. Jh. lebte, sagte „a medio crure ad pedem caligas non habent; chlamyde pro veste superiore,“ etc. Auch Lesly und Buchanan bemerkten dies. Lindsay of Pitscottie, der in der Sprache des Volkes schrieb, fand keinen Grund für das Bedauern mancher Schreiber darüber, dass die Ausdrücke der lateinisch schreibenden Autoren vage und unbefriedigend seien. Er schreibt: „Der andere Teil nördlich ist voller Berge und sehr rauh, und von einem einfachen und anspruchslosen Menschenschlag bewohnt, die ,Reidschankes’ oder ,Wylde Scotties“ genannt werden. Sie sind bekleidet mit einem Mantel, einem Hemd nach irischer Machart und gehen “barfuß mit nackten Beinen bis zum Knie”.  

Darüber, dass die Beschreibungen dieser Kleidung weder besonders genau noch besonders klar sind, darf man sich nicht wundern, wenn man die grundlegenden Unterschiede zu anderer Kleidung in Betracht zieht. Es war selbstverständlich schwierig für jemanden, der nicht mit deren Einzelheiten vertraut war, eine klare Beschreibung zu vermitteln. Die alten Schotten der Lowlands erwähnten sie als „the Highland weed (das Hochlandunkraut)“, „a light dress“ etc.; und mit Ausnahme derer, die im Hügelland wohnten oder Kontakt mit deren Bewohnern hatten, kannte kaum jemand die Besonderheiten dieser Kleidung. Diodorus war nicht in der Lage, das einteilige Gewand der Kelten zu beschreiben, von dem er glaubte, dass es aus Tuch bestand, mit Blumenschmuck verziert; und Beague beschreibt 1549 die Hochländer, nach einem oberflächlichen Blick auf sie, als fast nackt und nur mit einer bemalten Weste.

Heutzutage, obwohl sie mittlerweile so gut bekannt ist, gibt es immer noch viele Tausende, die nur eine vage Vorstellung von dieser Kleidung haben; und die Unwissenheit vieler, die sich als Mitglieder einer Gesellschaft oder auf Maskenbällen in Tartan kleiden, mit schäbiger oder falsch angelegter Paradetracht, führt nicht zum besten Eindruck einer so malerischen und interessanten Kleidung.

Generell erscheinen die Beine der antiken Kelten vom Knie abwärts nackt. Eine männliche Gestalt in Montfaucons interessantem Werk trägt eine Tunika, die bis kurz unterhalb des Knies reicht, wobei die Gliedmaßen keine weitere Bekleidung aufweisen; und dies scheint keine geringere Persönlichkeit gewesen zu sein als der Magister vici sandalarius von Metz.

Einige der auf der Trajansäule dargestellten Germanen und Daci, tragen eine Art Hose, die direkt über den Knöcheln abgebunden ist und bis zur Taille reicht. Der Oberkörper ist nackt, bis auf den lose über die Schultern geworfenen Sagum. Durch den Vergleich mit anderen Darstellungen wird offensichtlich, dass diese Kleidung nicht einheitlich getragen wurde, denn auf derselben Säule sehen wir die oben genannten und die anderen Völker sowohl mit bekleideten wie nackten Beinen dargestellt.

Es wird behauptet, dass die Gallier und Briten den gleichen karierten Stoff trugen, aus dem ihre Oberbekleidung bestand, die lose um die Glieder geschlungen wurde und den Namen „Braccae“ trug, woraus das englische „breeches“ entstand. Polybius berichtet, dass die gallischen Völker der Boii und Insubres den Braccae ihres Landes trugen, doch Strabo begrenzt ihren Gebrauch auf die Belgier. Neben diesem Braccata genannten Kleidungsstück der Gallier, das Tacitus „eine barbarische Bekleidung“ nennt, erhielt das andere, das von der langen römischen Robe abgeleitet wurde, den angemessenen Namen Togata.

Die Etymologen scheinen darin überein zu stimmen, dass dieser Name der Ausdruck für die rote oder karierte Erscheinung des Kleidungsstücks war; doch dass es den heutigen Hosen ähnelte, ist nicht zufriedenstellend erwiesen. Dr. MacPherson, der bemerkt, dass Saga und Braccae unterschiedslos von den Römern getragen wurden, sagt hierzu, dass jeder Hochländer in Britannien weiß, dass der Bracca eine Oberbekleidung mit verschiedenen Farben war. Das gälische Wort Brat bezeichnet einen Mantel oder Umhang, und in einigen Teilen Schottlands bezeichnet es auch die Kleidung. Das walisische brati, was laut Camden entstellt ist, leitet sich vom keltischen braccae ab, was aber nicht die Ansicht unterstützen soll, es wären Hosen gewesen. Sie wurden von den Getae und anderen Skythenvölkern getragen, und Pinkerton behauptet, sie wären immer das große Kennzeichen der Goten gewesen. „Ich habe dafür keinen Beweis“, sagt Strutt, „ausgehend von den Schilderungen über die Angelsachsen, dass Hosen in diesem Land vor dem 9. Jh. in Gebrauch waren, da die Tunikas der Soldaten oft so kurz dargestellt sind, dass ein großer Teil ihrer Oberschenkel sichtbar sind.

Anscheinend gelingt Polybius der Nachweis, dass dieses keltische Kleidungsstück nicht das üblicherweise angenommene darstellt, wenn er sagt, dass die Bolonier und Milanois in der Schlacht von Telamon, zumeist den Braccae trugen, da er im Kampf am bequemsten war. Wolfgang beschreibt ihn als eine kleine Tunika, die in der Mitte geschlossen wurde und bis zu den Knien reichte, eine Bedeckung der Lenden, ein kleiner Mantel in verschiedenen Farben, um die Blöße zu bedecken.

Newte sagt, der Name für Breeches bedeutet im gälischen wortwörtlich „eine Decke für den Hintern.“ Im Walisischen heißen sie lhoudar und im Cornischen lavrak. Die gängige Bezeichnung für dieses männliche Kleidungsstück ist in den Hochlanden briogas. Die englischen Breeches scheinen einen Namen bewahrt zu haben, der vor allem die Farbe oder die Erscheinung des Kleidungsstücks ausdrückt, das den Unterkörper bedeckt. Der Braccae, oder die rotkarierte Tunika, wurde von allen Kelten getragen; und der Breacan ist immer noch die Nationaltracht ihrer Nachfahren, die mit dem Wort die Erscheinung bezeichnen, wie im Walisischen und Amorikanischen (ein bretonischer Volksstamm) das Wort „brech“ für „kariert“ steht. Pelloutier leitet die französischen brayes vom braccae ab und sagt, diese wären gleich den germanischen Hosen. Whitaker sagt, dass brog oder brac (rot), andererseits battais oder botes, die ungegerbten Halbstiefel der Gälen und Kymrer waren. Hier haben wir den Ursprung des Stiefels, des Prototyps, die rote Hülle, welche die Kelten für ihre Füße benutzten und die seitdem durch Strümpfe und Schuhe ergänzt wurden. Diodorus berichtet, dass die Keltiberer Schienbeinrüstungen aus rauem Haar trugen; und die antiken Gallier trugen laut Cluverius an ihren Füßen Leder mit dem Fell nach außen. Eine ähnliche Fußbekleidung trugen lange Zeit die Highlander und Schotten in Ulster, weshalb sie von ihren Nachbarn, den Lowlandern den Namen „Redshanks (Rotschenkel)“ erhielten; und obwohl über einen beträchtlichen Zeitraum hinweg gar keine ungegerbten Felle mehr trugen, die bis über die Wade hinunterreichten, und die Strümpfe deren Platz einnahmen, war deren Farbe immer noch Rot.

Der Cuaran reichte höher als der Brog, der lediglich den Fuß bedeckte, und beide wurden mit Riemen gebunden. Der Cuaran wurde auf der Insel Man getragen und in den ganzen Highlands, wo er, wie ich glaube, immer noch nicht ganz außer Gebrauch ist. Die Konstruktion war einfach; ein ovales Stück rohen Rinds- oder Pferdeleders wurde mit Hilfe von Lederriemen, die durch Löcher am Rand gezogen waren, eng um den Fuß festgezogen. Die Fellseite lag oft innen, um die Füße warm zu halten. Sie waren außerordentlich beweglich und mit kleinen Löchern versehen, um das Wasser besser abfließen zu lassen, das beim Überqueren von Flüssen und Durchqueren von Morast in die Schuhe lief. Der „veteres Brachae Britonis pauperis“ sagt eigentlich alles, da der Begriff für die Fuß- und Beinbekleidung benutzt wurde, was sehr glaubhaft ist. Heutzutage ist es ein gängiges Sprichwort, zu sagen, “es ist keine alten Schuhe mehr wert”, um etwas völlig Nutzloses zu bezeichnen; und abgetragene Brogs waren natürlich für nichts mehr zu gebrauchen. Vielleicht sahen die Römer häufig die Gallier ihre Schuhe wegwerfen, so wie die Engländer die Schotten ihre Cuarans wegwerfen sahen, als Douglas 1327 sein Lager abbrach und mehr als 10 000 Stück davon zurückließ. Cluverius sagt, die keltischen Schuhe wären mit einer langen Spitze versehen gewesen, so wie die Schnabelschuhe im Mittelalter. Diejenigen der Highlander waren so gefertigt, wie Locke es in seinem Lehrwerk beschreibt. Es gab immer einen linken und einen rechten Schuh. Die Gälen begannen, ihre Herstellungsweise zu verbessern, aber wie bei ihren Vorfahren war eine Bekleidung für Fuß oder Bein ziemlich entbehrlich. In Killiecrankie trugen sie weder noch. Birt erwähnt einen Laird im Norden, den er einst besuchte, und der ihm als gelehrter und sehr höflicher Gentleman begegnete und dessen untere Extremitäten mit nichts weiter als einem Breacan bekleidet waren. Als die Hochlandregimenter für den amerikanischen und den französischen Krieg aufgestellt wurden, rekrutierte man Hunderte Männer, die weder Strümpfe noch Schuhe trugen, Dinge, die für Menschen in wohlhabenderen Ländern unverzichtbar sind. Schuhe, die aus einem Stück gefertigt und der Fußform genau angepasst waren, fand man in irischen Mooren, wo sie schon viele Jahrhunderte überdauert haben mussten. In dem antiken Schiff, das aus dem ehemaligen Bett des Flusses Rother, in Kent, geborgen wurde, fand man Schuhe mit einer durchgehenden Sohle.

Noch vor fünfzig oder sechzig Jahren wurden Brogs in den nördlichen Distrikten von Caithness, Sutherland, Ross etc. von Wanderschuhmachern hergestellt, für zwei Pence das Paar plus Verköstigung. Der Auftraggeber hatte zudem noch das nötige Leder, Hanf und Harz zur Verfügung zu stellen. Trotz ihrer Einfachheit hat es sich doch erwiesen, dass sie mindestens so haltbar waren wie moderne Schuhe. Ein alter Highlander, der von der guten alten Zeit schwärmte, erzählte mir, dass er sein letztes Paar so lange trug, dass er es tatsächlich noch in gebrauchsfähigem Zustand wegwarf. Am Ende bekamen die Brogs noch ein Stück Leder für die Zehen, genannt friochan, dass vor dem rauen Boden der Heide schützen sollte. Dies war immer im Vandyke-Stil geschnitten.

Mancherorts ist die einheimische Herstellung aufgegeben worden, infolge des Zurückganges des Unterholzes, das die Rinde für den Gerbvorgang des Leders lieferte.

Es heißt, dass die Strümpfe, gälisch: Ossan, von den Römern herstammen und die Kelten nichts anderes als die ungegerbten Halbstiefel trugen. In Montfaucons prächtigem Werk fand ich die Darstellung eines Landmannes in einem karierten Kleidungsstück, dass Tartanstrümpfen ähnlich sah; eine Darstellung, die von Wolfgang vorgestellt wurde, hat das gleiche Aussehen.

Die Sorte von Strümpfen, die gegenwärtig getragen werden, sind in der Abbildung der Gordons dargestellt, im Militärmuster; doch die historischen Strümpfe ähneln denen der Stewarts, deren Abbildung aus dem Bild des Regenten Murray übernommen wurde, das sich ehemals in der Foothill Abbey befand. In den Highlands werden heute auch verschiedene Fantasiemuster getragen, wo früher das Sett der Strümpfe gleich dem des Plaids war.

Ursprünglich waren sie nicht gestrickt, sondern mit sehr viel Ideenreichtum aus dem Stoff geschnitten, und auch heute noch sind die Strümpfe der Hochlandregimenter auf diese Art und Weise hergestellt.

Die Strumpfhalter sind heute hauptsächlich rot, aber die eingeborenen Gälen tragen sie noch wie ihre Vorväter, verschiedenfarbig gestreift. Neben anderen Dingen, mit denen man sich auf der Insel Uist am St. Michaelsfest beim alljährlichen Pferderennen beschenkte, „übergaben die Frauen den Männern ein Paar schöne Strumpfhalter in verschiedenen Farben.“ Die Strumpfhalter von Lochaber waren gefranst, und wenn sie aus Seide oder feiner Wolle gearbeitet waren, kosteten sie in der Regel von 2s, 6d bis 7s. Mrs. MacHardy of Laggan strickte in ihrem hundertsten Lebensjahr ein Paar, das dem Duke of Gordon von der berühmten Mrs Grant geschenkt wurde. In der Vergangenheit wurden sie auf einem besonderen Webstuhl gewebt und manche sollen heute noch am Ufer des Lochow auf diese Art und Weise hergestellt werden.

Auf die Art, wie man den Strumpfhalter bindet, zeigt sich ganz besonders der persönliche Geschmack. Im 42. Regiment wird er mit einem hübschen Knoten gebunden, im 92. Regiment ist der Knoten wie eine Rose geformt, wird in dieser Form von einer Nadel gehalten und auf den Strumpfhalter gesetzt; eine Mode, die dem Highlander im allgemeinen fremd ist, da er oft den oberen Teil des Strumpfes über das Strumpfband stülpt. Das 78. Regiment, oder die Rosshire-Buffs lassen beide Enden von einem geschmackvollen Knoten herabhängen. Es wird bei den Gälen als eine große Beleidigung angesehen, dass man von ihnen behauptet, sie würden ihren Strumpfhalter binden.

An dieser Stelle ist es angebracht, einiges über die antike Kleidung der irischen Gälen zu sagen, die als „mantle“ beschrieben wurde und oft auch als „trouse“. Letzteres Kleidungsstück scheint genauso wenig bekannt gewesen zu sein, wie der brachae; es ist versucht worden, beides mit der heutigen Hose (trowsers) zu identifizieren. Zur Zeit von Giraldus Cambrensis trugen die Iren Trouse und Mantle, welche bis zur Zeit von Charles I die übliche Bekleidung darstellten und sogar später noch teilweise in Gebrauch waren. Solinus sagt „sie waren aus einem Stück und ohne Naht, aber mit Falten, und man trug sie anstelle von Mänteln und Umhängen”. Zur Zeit Richards II. schreibt Froissart, dass sie ohne Hosen getragen wurden, und bei Agincourt sagt Speed: es waren 1600 tüchtige Männer, aber fast nackt. Auch Derrick spricht davon, dass sie keine Hosen trugen und beschreibt „einen Mantel mit seltsamem Schnitt,“ „Sein Rock ist sehr kurz, mit vielen dicken Falten, und irischen Trouses, etc.“ Sie waren „nicht sehr stolz auf ihre Erscheinung“, gingen allgemein nackt, gemäß Spencer, oder zumindest „mit nackten Flanken und Beinen,“ mit dem Mantle als Hauptkleidungsstück, der „leicht zu tragen“ und auch sonst ein vorteilhaftes Kleidungsstück war. Im Sommer konnte der Träger ihn lose über die Schultern gehängt tragen, im Winter geschlossen; er konnte ihn zu jeder Zeit benutzen, da er „nie schwer oder hinderlich“ war. „Er war ein passendes Haus für einen Gesetzlosen, ein gemachtes Bett für einen Rebellen und ein geeigneter Umhang für einen Dieb.“ Meiner Meinung nach waren die irischen Trouse und Mantle wie der schottische Belted Plaid geformt, auch wenn das Material nicht das gleiche war wie beim Breacan. Wir haben gesehen, wie bequem der Plaid sein kann, wenn er über die Schultern hängt wie ein Umhang; den Iren wird 1673 der Gebrauch des Mantles auf teilweise die gleiche Art und Weise zugeschrieben, Spencer beschreibt vielmehr, dass er oft über die linke Schulter geworfen wurde oder um den linken Arm gewickelt war und so der Hochlandtracht ähnelte.

TREWS

Das gälische Wort triubhas oder triughas, das irische trius und walisische trws, bezeichnen ein Beinkleid, das von dem Wortstamm trus = zusammenziehen, -schnüren, oder einwickeln abstammt, von dem auch trusgan = Bedeckung, Verhüllung herstammt. Der Breacan wurde immer umgehängt, doch der dafür verwendete Begriff wurde nach dem Verbot der traditionellen Tracht den ihn ersetzenden Hosen gegeben.

Als weiterer Beweis dafür, dass die irische Tracht dem Belted Plaid glich, kann man äußern, dass Camden sagt, Schotten und Iren glichen sich in der Kleidung und in der Bewaffnung; und Birt äußert bei seiner Beschreibung der Hochlandtracht, „dass man notwendigerweise daran dachte, diese Tracht in Irland durch einen Parlamentsbeschluss zu verbieten“, ohne bei den Bergbewohnern dieses Landes Unzufriedenheit zu erzeugen. 1585 wurde im Parlament, zur großen Unzufriedenheit der Mitglieder, ein Gesetz verabschiedet, in dem angeordnet wurde, dass niemand die besagte Kleidungstracht mit der irischen mischen dürfe. Tirlogh Lenogh, Chief-Lord of Ulster, bat die Abgeordneten darum, seinen Kaplan in seinen Trouse in den Straßen begleiten zu dürfen, da er von jedem in seiner neuen Kleidung ausgelacht würde. Ich denke, es ist Chaucer, der über diese Gewänder eine witzige Geschichte zu berichten weiß, die ebenfalls die Meinung zu bestätigen versucht, das diese Kleidung nicht den modernen Hosen ähnelte.

Die Iren scheinen ihre alte Tracht mit weniger Widerstand aufgegeben zu haben als erwartet. Die Schotten konnten nicht dazu bewegt werden, sie abzulegen, ungeachtet der dazu erlassenen Gesetze; und ihre Abneigung gegen das Ablegen der Kleidungstracht ihrer Vorväter war so groß, dass das Gesetz entweder geschickt umgangen oder offen missachtet wurde. General Stewart berichtet von vielen seltsamen Mitteln, zu denen gegriffen wurde, um einesteils das Gesetz des Tragens von Hosen zu befolgen und anderenteils den geliebten Breacan behalten zu können. Das Gesetz, dessen Übertretung wie auch immer zu überblicken sein sollte, war ein Befehl gegenüber dem Highlander, der weder seinen traditionellen Tartan, noch sein ihm eigenes Wappen tragen durfte. In einer schottischen Zeitung aus dem Jahre 1750 las ich über ein Gerichtsverfahren gegen einen des Mordes Angeklagten, der jedoch schließlich freigesprochen wurde, da das Opfer Tartan trug! 1782 wurde dieses bedrückende und nutzlose Gesetz modifiziert, insofern dass das Verbot gegen das Tragen der Tracht aufgehoben wurde. Das starke Festhalten der Highlander an ihrem Breacan-Feile wird auch durch viele Anekdoten veranschaulicht. Er diente auch als Unterscheidungsmerkmal gegenüber den Bewohnern des machair oder Lowlands, die keine große Zuneigung zu ihm zeigten. Ein alter Bauer aus den Highlands um Banffshire sagte einmal „he would never lippen to a bodach that wore the breeks.“ Als den Fencible-Regimentern die Einführung der Hosen befohlen wurde, hatten viele Soldaten noch nie zuvor ein solches Kleidungsstück getragen und waren eine Zeitlang ziemlich unbeholfen beim Anziehen desselben, was ihre Unzufriedenheit darüber, dass sie ihrer gewohnten Kleidung beraubt worden waren, nicht gerade verkleinerte. Ein alter Mann in einem Korps zog einmal seine Hosen verkehrt herum an, mit dem Hinterteil nach vorne. Sein Offizier und einige seiner Kameraden lachten herzhaft über den Fehler, als Donald, der sich über den Spott ärgerte, bemerkte, dass er tatsächlich nicht sehr viel über diese unmännliche Kleidung wusste und niemals daran dachte, jemals irgendetwas darüber wissen zu müssen; und als sein Unmut darüber wuchs, rief er aus: „Der Teufel soll den holen, der uns die Dinger geschickt hat!“

Die Triughas (sprich:Trius) sind Hose und Strümpfe in einem, entweder gestrickt, wie letztere, oder in der traditionellen Art aus Tartanstoff gemacht, der dem Bein angepasst wurde. Sie waren manchmal nur gestreift und wurden mit einem Gürtel um die Hüften gehalten, auf der Vorderseite hing ein quadratisches Stück Stoff herab.

Es erforderte beachtliche Fertigkeit, um die Trews herzustellen. Das Maß war ein Stock von einer Elle Länge, dessen Markierungen (Nägel) 1 ½ Fingerbreit auseinander lagen. Es ist bezüglich dieses Kleidungsstückes ein gälisches Sprichwort überliefert, das besagt, dass man für die schmalste Stelle des Fußes zwei Nägel bemessen solle, von der Hüfte bis zur Ferse elf, sieben rund um den Bund und drei bis zum „breech“ (Schritt?); Maßangaben, die für einige gut gebaute Männer nicht anwendbar sind. Der Sporran und andere Dinge wurden wie beim Feilebeag getragen.

BONNETS

The scottish gael by James LoganBoined, oder Cappan, war die gälische Bezeichnung für die Kopfbedeckung, die bei den ersten Galliern und Briten aus unterschiedlichem Material war. Da die Form der heutigen nicht unähnlich war, können wir annehmen, dass auch gelegentlich die gleiche Wolle dafür genommen wurde. Hier darf angemerkt werden, dass Giraldus Cambrensis Biberfellkappen erwähnt, die in Cardiganshire entdeckt wurden und an denen die dortigen Einwohner noch heute hängen.

Das runde Bonnet wurde dennoch nicht nur von den Briten getragen, sondern war davor in fast ganz Europa verbreitet; zumindest die Form glich der des schottischen Bonnets, auch wenn das Material ein anderes gewesen sein könnte. Dass so viele Gesetze darüber erlassen wurden war entweder deshalb, um die Textilindustrie zu unterstützen, oder um modische Extravaganzen zu unterdrücken. In England wurde im Jahre 1571 angeordnet, dass jede Person über sieben Jahren an Sonn- und Feiertagen eine gestrickte Wollkappe tragen solle, verstärkt und zugerichtet von den Kappenmachern, unter der Strafe von 3s 4d für jeden Tag des Nichttragens, ausgenommen Lords, Ritter, Edelleute mit zwanzig Marken Land, Würdenträger, Edelfrauen, Damen und Mädchen. 1489 wurde der Preis der Kappen auf 2s 4d festgelegt. General Stewart bemerkt, dass die Basken Kappen trügen, die in Material und Form exakt denen der Highlander entsprechen. Als er mit der britischen Armee Frankreich eroberte, berichtete der Autor, dass er überrascht war, die Bauern der Pyrenäen mit seinen ihm vertrauten Bonnets zu sehen.

Die Figur des Hl. Andreas im schottischen Szepter, das zur Zeit James V. hergestellt wurde, trägt ein großes Bonnet. Dies scheint früher die übliche Kopfbedeckung in Schottland gewesen zu sein, da dieser Hut sehr schnell in Mode kam. Im landwirtschaftlichen Bericht aus Caithness wird zitiert, dass 1783 nur acht Kisten Hüte importiert wurden, jedoch im Jahre 1803 die Zahl schon auf fünfundvierzig angestiegen war.

Die damalige Kopfbedeckung eines vollständig bekleideten keltischen Kriegers war eine einfache Kappe, die der Kopfform angepasst war. Von dem Minnesänger Harry erfahren wir, dass Wallace eine unter seinem Bonnet trug. Die Iren trugen zu früherer Zeit eine Kappe aus Fries, die cappene hieß. Die königliche Kappe hieß Asion. Ungewöhnlich ist, dass sich in vielen alten Darstellungen die Form des modernen Hutes finden lässt.

Das Bonnet wird durch einen besonderen Prozess zu einem Gegenstand von beträchtlicher Dicke verstärkt. Die Farbe ist allgemein Dunkelblau, früher auch Schwarz oder Grau; oft lief noch ein schmales Band in Rot, Weiß oder Grün um den unteren Rand des Bonnets; wobei die Farben oft auf ansehnliche Weise kombiniert wurden. Die vom Militär getragene karierte Ausführung scheint nicht sehr alt zu sein. Laut General Stewart entstand sie zu der Zeit als Montrose seine Kriege führte und sollte das Wappen der königlichen Familie darstellen. Das Band der Stewarts ist dennoch silber- und blaukariert. Die Bonnets enden auf der Oberseite in einem Knoten, generell von gleicher Farbe wie das umlaufende Band, aber oft auch rot, weiß oder schwarz. Gewöhnlich ist er zu einem Bommel vergrößert und manchmal aus Seide gefertigt. Ich habe davon gehört, dass in der Rebellion von 1745 einige Offiziere aus Silber- und Goldfäden bestehende Bommel trugen. Ein schöner Ersatz für das alte Karoband ist heute bei den Ausstattern der Tracht zu finden.

Die Bewohner von Badenoch, Strathspey, Strathdon, etc, tragen das Bonnet aufgebauscht, wogegen die Männer aus Strathdee es flach tragen. Das Bonnet wird mit Hilfe von Auspolsterungen in die gewünschte Form gebracht, wobei die großvolumige Version durch einen eingezogenen Reifen ihre Form erhält. Das schottische Militär schien, wie auf alten Drucken ersichtlich, Bonnets zu tragen, doch die gegenwärtige Form ist nicht historisch. Vor Einführung der schwarzen Federn, verwendete man Bärenfell, wie bei den Mützen der modernen Grenadiere. Das Bonnet wurde mit den üblichen Lederbändern gebunden, andere verwendeten schwarze Samtbänder; dazu gehörte eine Kokarde aus demselben Material und eine Anstecknadel, manchmal aus Silber, aber gewöhnlich aus dem Schenkelknochen eines Hirsches gearbeitet, mit dem Crest, dem Motto und den Initialen des Trägers verziert, und dealg genannt. Sie hielt das Badge und die Adlerfedern.

Die Highlander schenkten ihrer Kleidung viel Aufmerksamkeit, indem sie ihr Bonaid (Bonnet) herausputzten und besonders darauf achteten, genügend lange Bänder am Bonnet zu tragen, damit diese im Wind flattern konnten. Die Offiziere des 92. Regiments trugen früher drei davon aus schwarzem Samt, die am Umhang befestigt waren, was einen schönen Effekt ergab. Von diesem Kleidungsstück heißt es, vielleicht zu unrecht, es wäre viel zu warm für den Kopf. Bei Regenwetter hat es allerdings den Vorteil, dass der Highlander es vom Kopf nehmen und auswringen kann.

Kilmarnock ist der bekannteste Markt für diesen Artikel, doch „die Bonnetmacher von Dundee“ werden schon in den Liedern ihrer Heimat besungen, während die zentral lebenden Highlander sich in Perth ausstatten.

DER SPORRAN

Die Tasche (Sporran) der Highlander ist, wie die anderen Kleidungsstücke, nicht nur nützlich, sondern auch überaus verziert. Früher war er klein und weniger verziert als heute. Die Troddel waren mit schmalen Lederstreifen sorgfältig und einfallsreich befestigt. In vielen Fällen war die Tasche aus Leder gemacht, wie eine moderne Handtasche, und mit einem Verschluss auf der Vorderseite versehen. Sie ist in mehrere Fächer unterteilt, in denen die Gälen ihr Geld, ihre Uhr, etc. verstauen und manchmal auch ihre Munition; früher jedoch trugen sie ein dem Sporran ähnliches Ränzel oder builg auf der rechten Seite, das ebenfalls für Munition oder für eine Brotzeit oder ähnlichen Proviant diente. Dieses hieß dorlach und war der Tornister der Soldaten der Highlandregimenter; und da er so klein wie derjenige des heutigen gälischen Militärs war, ließ er sich auch noch leichter tragen. „Die Engländer, die unser Lager besuchten,“ berichtet ein von Jameson zitierter Autor, „starrten mit Bewunderung auf diese drahtigen Kerle, die Highlander, mit ihren Plaids, Schilden und Dorlachs.“

Der Sporran lässt viel Spielraum für Ornamentik, aber – nach meinem Geschmack – überlagert sie die Schönheit des Kilt, wenn sie zu überbordend ist. Das Dörfchen Doune in Perthshire war einstmals berühmt für die Herstellung der Sporrans, die heute aber völlig aufgegeben wurde.

Die ersten Gewänder der Menschen waren notwendigerweise offen und mussten mit etwas geschlossen und am Körper gehalten werden. Das Gewand wurde auch zuerst vom Militär angenommen; der das Kleidungsstück haltende Gürtel diente auch gleichzeitig zum Halten des Schwertes, und seit der Zeit der primitiven Bekleidung nannten die Alten das Anlegen der Rüstung „umgürten“ („umgürtet“ wurde in diesem Sinne von den Schotten verwendet).

Die Baldricks (verzierte Gürtel, die über die Schulter getragen werden, um Schwerter etc. daran zu befestigen) der Kelten waren reich verziert; und die Highlander präsentierten auf ihren Schwert- und Dirk-Gürteln, sowie auf denen, die das Frauengewand hielten, Edelsteine, stattliche Schnallen, Crests, Schlachtrufe, Wappen und Laubwerk.

Die etwa in der Mitte des Gürtels befindliche Patronentasche ist eine spätere Errungenschaft; und auch das eadharc an foudre, das Pulverhorn, das auf der rechten Seite mittels einer silbernen Kette befestigt war, wurde wahrscheinlich erst in jüngerer Zeit eingeführt.

Die Schuhschnallen können nicht älter sein, als ihre Einführung in Schottland. Sie wurden erst 1680 erfunden.

1673 wurde die Bemerkung geäußert, dass irische Männer selten Bänder oder Halstücher trugen. Diese waren auch den alten Highlandern unbekannt, die den Hals frei ließen, auch als Leinenhemden ein gängiges Kleidungsstück wurden; nur manchmal nahm ein schwarzes Band den Platz des Halstuches ein.

DER ZIERRAT

Zusätzlich zu dem oben Erklärten soll hier eine Beschreibung bestimmter Dinge erfolgen, die für die Kleidung in früheren und in heutigen Tagen wichtig sind, aber genauer unter die Bezeichnung Zierrat einzuordnen sind. Die frühesten Kelten prahlten mit ihrem schillernden und kostbaren Zierrat. Die Gallier hatten nur wenig oder gar kein Silber, dafür aber eine Menge Gold, und sie behängten sich mit Ketten aus diesem Metall. Die massiven Torques, aus reinem geschmiedeten Gold, waren eine willkommene Beute für habgierige Römer; daneben trugen sie Armreifen aus demselben Material an Oberarm und Handgelenk und goldene Kreuze auf ihrer Brust. Polybius beschreibt die gesamte Armee Hannibals als leuchtend im Glanze ihrer Kleidung. (31)

Eine Art feine goldene Halsreifen, besetzt mit grünen Eselsteinen, und von den Römern viriae genannt, sind eigentlich keltisch; und die goldenen Halsreifen genannt viriolae, wurden als keltiberisch klassifiziert. Die Briten waren in gleichem Maße stolz auf ihre Persönlichkeit und bedacht darauf, sich mit reich verzierter Kleidung zu schmücken. Wer kein Gold oder Silber erlangen konnte, ahmte seine erfolgreicheren Gefährten mit weniger wertvollem Material nach. Herodian sagt, dass die Pikten eiserne Ketten als Zierrat trugen. Im Süden waren die Edelmetalle nicht so selten. Bondiuca trug eine massive Goldkette um ihren Hals; und eine große Anzahl davon, die vom edlen Caractacus mitgenommen wurde, trug man in Rom während einer Prozession vor ihm her. Die Caledonier trugen laut einiger Ausgrabungen Armspangen. Diese waren in Südbritannien oft aus massivem Gold.

Kleine Jette (Jett = schwarzer Stein, eine Art Braunkohle, kann wie ein Edelstein poliert werden) und andere Schmuckstücke wurden in Grabstätten überall in den Highlands gefunden, doch es ist unmöglich, all die verschiedenen Dinge aufzuzählen, die in britischen Gräbern entdeckt wurden, von denen fast jedes Grab andere und bisher nicht gesehene Gegenstände offenbarte.

FRAUENKLEIDUNG

Die Kleidung der keltischen Frauen war in früherer Zeit etwas anders als die der Männer. Die Tunika wurde um die Taille gehalten und hatte selten Ärmel, sodass die Arme nackt blieben und auch die Brüste teilweise unbedeckt waren. Sie trugen einen Sagum, den sie, wie die Männer, mit einer Nadel oder Brosche befestigten, so wie sie es auch bei ihren anderen Kleidungsstücken taten. Bondiuca trug eine mehrfarbige, lange Tunika mit Falten, über der sie eine große Weste und einen dicken Mantel trug. Diese Kleidung trug sie ständig.

Eine Passage in der Ossian-Sage könnte auf die Einführung der römischen Toga anspielen, die von den Südbriten übernommen wurde: von Moina, der Tochter des Reuthamor, König von Balclutha, heißt es, dass ihr Kleid nicht wie das der Caledonier war, sondern „ihre Kleider waren aus fremden Landen.“ Die Frauen werden seit Jahrhunderten in Schaffell gehüllt dargestellt; doch die Beweise dafür sind zweifelhaft.

Die irischen Frauen trugen einen ähnlichen Umhang wie die Männer, nur etwas länger. Pinkerton, sich auf Giraldus berufend, sagt, sie trugen kleine caputii, oder Plaids mit Kapuzen und Leinenwesten. Es scheint dieser Umhang gewesen zu sein, der 1673 als „eine Art weites Kleid“ beschrieben wurde. Die Frauen der Highlands trugen vor der Heirat keine Kopfbedeckung; wenn sie sich das Privileg, ihn zu bedecken, erworben hatten, trugen sie den curch, curaichd oder breid aus Leinen, der über den Kopf gezogen, unter dem Kinn gebunden wurde und hinten spitz auslief. Auf beiden Seiten ließ man große Haarsträhnen bis auf die Brust herabhängen, wobei die unteren Enden mit geflochtenen Bändern verziert waren. Die Waliserinnen tragen bis heute ein Halstuch, das auf ähnliche Art und Weise gebunden wurde wie bei den Highlandern.

Der Tonnag ist ein kleines quadratisches Stück Tartan oder anderer Wollstoff, der wie ein Schultertuch getragen wurde.

Das Arisaid war ein eigentümliches Kleidungsstück, dasselbe, das auch Bondiuca trug, und dass in einem der Gedichte von Alexander MaxDonald erwähnt ist, so dass es zumindest bis 1740 getragen wurde. Dieses, gewöhnlich weiße, Plaid, mit ein paar schwarzen, blauen oder roten Streifen und so lang, das es vom Hals bis zu den Knöcheln reichte, fiel rundherum in schöne Falten, wurde um die Taille mit einem Gürtel gehalten und auf der Brust mit einer großes Brosche befestigt. Der Gürtel bestand aus Leder- und Silberteilen, was ihm das Aussehen einer Kette gab, und „am unteren Ende war ein Plättchen befestigt, ca. 20 cm lang und 8 cm breit, mit seltsamen Ornamenten graviert, das am Ende mit Edelsteinen oder Stücken aus roter Koralle besetzt war.“ Dieser ungewöhnliche Schmuck und das Gewand sind heute unbekannt.

DIE BROSCHE

Das Hauptschmuckstück der schottischen und irischen Gälen war die Brosche zum Schließen des Plaids, bei den Männern auf der Schulter und bei den Frauen auf der Brust. Sie war Bronze, Silber oder Gold und mit Edelsteinen besetzt, je nach Wunsch oder Vermögensverhältnissen des Trägers. Manchmal war sie so groß wie eine Servierplatte, mit einer kleineren darin, um das Gewand zu befestigen, wog 60-80g und war mit einem großen Kristall verziert oder einem Cairngorum in der Mitte und kleineren Edelsteinen ringsum. Das Ganze war seltsam graviert mit den bekannten, Maßwerk oder Tieren etc. ähnelnden Mustern. Martin berichtet, er habe einige Silberbroschen gesehen, die hundert Mark wert waren.

Die hier dargestellte Brosche, in Besitz von Mr. Donald Currie, ist in halber Originalgröße abgebildet, aus Silber und wiegt ca. 60g. Sie ist ein geeignetes Muster für die grundlegende Form und Verzierung dieser Broschen.

Eine einfache Fibel, aus einem Hügelgrab bei Canterbury, ist am Ende des Kapitels dargestellt, doch die alten Briten hatten einige sehr sinnreiche und aufwändig konstruierte Exemplare. Auch die alten Highlander hatten Broschen in vorzüglicher Handwerksarbeit. Diejenige von Robert the Bruce, in Besitz von MacDougal of Lorn, besteht, nach einer Beschreibung eines Herren, der sie gesehen hat, aus Silber und ist tassenförmig mit einem großen Cairngorum in der Mitte. Sie war eine Zeitlang in Besitz der Campbells of Glenlyon, die ein ähnliches Relikt besitzen, das aus Silber ist, besetzt mit Perlen und unbearbeiteten Gemmen und auf der Unterseite einen Mittelsteg und zwei Nadeln oder Zungen aufweist. Von dieser Brosche hat Pennant einen Kupferstich angefertigt. (33)

WEITERE FRAUENKLEIDUNG

Die Damen jener Zeit trugen Ärmel aus scharlachrotem Stoff, wie auch die Männer, mit goldener oder silberner Spitze besetzt und dazu mit edelsteinbesetzten Knöpfen. Die alten Iren besetzten sie mit großen Juwelen.

Der Curtain, ein weißer geköperter Stoff aus feiner Wolle, wurde vor der Erfindung der modernen Strümpfe nur unter den Unterröcken und als Strumpfhose getragen, wobei der Fleiß der jungen Frauen an der Feinheit und Weiße des Stoffes gemessen wurde. Eine große Ausführung der Strumpfhose wurde Ossan preasach genannt.

Eines der bevorzugten Muster der Damenkleidung war: karminrot und schwarz, in Streifen zu drei oder vier Kettfäden, wobei der Schuss ganz schwarz blieb; außerdem gab es noch eine Sorte, die bevorzugt von Frauen und Kindern getragen wurde. Diese wurde aus mehrfarbigen Fäden gefertigt, die während des Färbevorgangs sehr eng um die Garnrollen gewickelt wurden, wodurch sie die blaue Farbe annahmen und nur die Überschneidungen weiß blieben. Dies ergab ein unregelmäßig geschecktes, wolkenähnliches Muster.

Die Oberbekleidung der Frauen in früheren Zeiten war in ganz Nord- und Westschottland der Full-Plaid, der gewöhnlich ca. drei Meter lang und zwei Meter breit war und der in den Highlands oft aus Curtain oder einer anderen weißen Sorte hergestellt war; in den Lowlands jedoch trug er alle Arten von beeindruckenden Mustern und war entweder aus Kammgarn oder Seide.

Diese Kleidung wird über den Kopf gezogen und unter dem Kinn mit einer Brosche oder Nadel geschlossen, oder nur über die Schultern gelegt, wenn das Wetter es zulässt. Aufgrund der sich ändernden Gebräuche tragen heute nur noch die älteren Frauen den Plaid, der früher von allen verheirateten Frauen getragen wurde, ob jung oder alt. Ein Engländer, der 1598 Edinburgh besuchte, berichtete: „die Frauen in Stadt und Land trugen Mäntel aus rauem Stoff mit kariertem Muster in zwei oder drei Farben. Umgangssprachlich nannte man sie Ploddan.“

In Edinburgh, wo Birt sagte, es wäre das Hauskleid, und vielleicht auch an anderen Orten, zeigten die Frauen durch die Trageweise der Plaids ihre politische Einstellung, wodurch sich die Jakobiten von den anderen unterschieden. Bei schönem Wetter war der Plaid sehr kleidsam, mit beiden Enden bis zu den Knöcheln herabhängend, oder in anmutige Falten fallend gehalten, gewöhnlich mit dem linken Arm, um den rechten frei zu lassen, aber manchmal auch mit beiden Armen. (34)

Wer schon einmal im schottischen Hügelland war, wird bestimmt nicht den pittoresken Anblick einer sonntäglichen Kirchengemeinde vergessen, die sich vor dem Gottesdienst auf dem Kirchhof einfindet, oder auf den Bergpfaden unterwegs ist, die Männer in ihren unterschiedlichen Tartans und den schick, schräg aufgesetzten Bonnets, die Frauen in ihren grellen Plaids und schneeweißen Matches oder Kappen und die Mädchen mit ihrem hochgebundenen kastanienbraunen Haar.

HEMDEN - LEINEN

Die Hemden der Highlander waren früher aus Wolle, wodurch Rheumatismus und andere Beschwerden wenig bekannt waren. Obwohl Leinen nicht sehr oft in Gebrauch war, galt es aber auch nicht als selten; und den Aufwand, den die Gälen mit ihren Hemden trieben, war erstaunlich. Das Lenicroich, oder große Hemd, das Personen von Rang trugen, war safrangelb gefärbt und beinhaltete vierundzwanzig Ellen Stoff. Von den Iren heißt es, dass sie mehr als dreißig Meter Stoff für dieses Kleidungsstück brauchten, was eine so teure Mode war, dass Heinrich VIII. ein Gesetz erließ, das unter strenger Strafe verbot, mehr als sieben Meter Stoff in einem solchen Hemd zu verarbeiten. Damals wurden große Mengen an Leinenstoff hergestellt, um die Nachfrage nach diesen Kleidungsstücken zu befriedigen. Der Lenicroich wurde in der Körpermitte mit einem Gürtel gehalten und reichte bis über die Knie, dabei wurde er in Falten zusammengelegt wie der Breacan, doch nicht, wie der Name vermuten lässt, unter der anderen Kleidung getragen, sondern darüber. Bei Spencer lesen wir, dass er von beiden Geschlechtern getragen wurde, und wie Riche beschreibt, trugen ihn die Frauen mit großen Puffärmeln. Campion sagt: „Leinenhemden werden von den Reichen aus Protzerei getragen und dreißig Meter Stoff sind für ein solches gerade genug. Jetzt haben sie ihre safrangelbe Farbe verloren und die Leute lernen, ihre Hemden vier- bis fünfmal im Jahr zu waschen.“

Die Kelten hatten in sehr früher Zeit Berühmtheit für ihren Flachsanbau und das Leinenweben erlangt. Die Iberer von Tarragona zeichneten sich durch seine Feinheit aus, und die Armee von Cannae war in purpurne Leinenhemden gekleidet, die nach der Art und Weise ihres Landes hergestellt waren.

Der Gebrauch von Leinen schien bei den Galliern und Germanen mehr unter den Frauen verbreitet gewesen zu sein als unter den Männern. Jenseits des Rheins fühlten sich die Frauen am größten, wenn sie sich in feines Leinen kleideten. Die Westen der germanischen Frauen waren mit Purpur bestickt. Whittaker sagt, das skiurt, oder Hemd, stammte von den Römern ab, aber mit Sicherheit waren diese linnenen Kleidungsstücke Hemden für allen und jeden Zweck. Lein ist das gälische Wort für diesen Teil der Kleidung. Bei den Cadurci, Caleten, Ruthenen, Biturigen, Morini und allen Galliern wurde Leinenstoff und Leinwand für Segel verwendet.

Die Gallier und Briten stampften den gesponnen Flachs zusammen mit Wasser in Steinmörsern. Nach dem Weben wurde er auf einem weichen Stein mit breiten Holzstöcken geschlagen; je öfter und kräftiger, desto weißer und weicher wurde er. Um dem Wasser eine größere Waschkraft zu verleihen, gaben manche wilden Mohn und andere Pflanzen hinein. Dieses Verfahren zum Bleichen von Leinen durch Erhitzen wird in Schottland und Irland immer noch praktiziert, wo es „beetling“ genannt wird, nach dem hölzernen Gerät, mit dem es geschlagen wird.

Die Schottinnen, ob ledig oder verheiratet, haben im allgemeinen einen ansehnlichen Vorrat an Bettlaken und Decken.

Die Kühnheit der keltischen Rasse wurde schon erwähnt. Ihre Kleidung gewöhnte sie an die Wechselhaftigkeit und Strenge des Klimas. Die kräftige Jugend, sagt Marcellinus, hat ihre Glieder abgehärtet mit Frost und andauernder Bewegung. (35)

Pelloutier erzählt eine Anekdote, die zeigt, wie wenig diesen Menschen die Kälte ausmachte: Eines Morgens, als tiefer Schnee lag, bemerkte einer ihrer Könige, der dick bekleidet war, einen Mann, der nackt auf der Erde lag und er fragte ihn, ob ihm nicht kalt sei. „Ist Euer Gesicht kalt?“ fragte der Mann zurück. „Nein,“ antwortete der König. „Dann ist mir auch nicht kalt,“ entgegnete der Mann, „denn ich bin ganz Gesicht.“

Die Highlander waren, vor der Zerstörung ihrer einfachen Lebensart, gegenüber einer strengen Winternacht ziemlich gleichgültig und schliefen zufrieden im Freien, mitten im Regen oder Schnee. Mit ihrem einfachen Breacan erduldeten sie „den schlimmsten Sturm, den man sich vorstellen konnte, auf freiem Feld, auf solche Art, dass sie unter einer Schneewehe liegend fest schliefen.“ Die Vorteile dieses Kleidungsstückes waren unzählig. Im Regen konnte man es über Kopf und Schultern werfen, und während andere Truppen sich nach einem warmem Platz sehnten, trug der Highlander in seinem Umhang genügend warme Kleidung mit sich. Wenn drei Männer zusammen schliefen, konnten sie drei Lagen warme Kleidung unter sich und sechs Lagen über sich legen. Das 42., 78. und 79. Regiment, die 1794 durch Holland marschierten, als es so eisig kalt war, dass sogar der Brandy in den Flaschen gefror, litt darunter ungleich weniger als andere Korps, die dicke, warme Kleidung trugen.

O’Leary, der den früheren Stand seiner Landsleute und deren Verfall verglich, und, in Anspielung auf ihre damalige Gewohnheit, im Wald zu schlafen, dazu bemerkte, dass „die Locken des erwachenden Kämpfers nicht zusammengefroren waren.“ Hosen gehörten nicht zu ihrer frühen Kleidung; und, sogar im Jahre 1712 berichtet uns Dobbs, dass sie die meiste Zeit des Jahres mit nackten Beinen herumliefen. Dadurch, dass sie dem ständig wechselnden Klima ausgesetzt waren, gewöhnten sich die Kelten daran und dessen Härte machte ihnen nichts mehr aus. Sie waren so sehr an Nässe gewöhnt, dass diese keinen Einfluss mehr auf ihre Konstitution hatte.

Waren die alten Gallier auch noch so rau und ungebildet, so hatten sie doch genauso wie wir, die wir in einem Zeitalter hoher Bildung leben, viele seltsame und nützliche Kunstfertigkeiten. Giraldus Cambrensis hat unrecht, wenn er sagt, die Iren hätten keine handwerkliche Herstellung betrieben, da es offenbar ist, sogar seiner eigenen Aussage nach, dass sie Stricker, Weber, Färber, Walker, Schneider, etc. besaßen. Wenn sie nicht die Kunst der Kleidungsherstellung besaßen, wo fertigten sie den Braccae, den Phalangium oder den Sagum mit Kapuzen in verschiedenen Farben, von denen er sagt, dass die Iren sie trugen?

Während die Highlander Tuch in vielen leuchtenden dauerhaften Farben herstellen konnten, waren die Bewohner anderer Länder weniger kundig in der Fertigung. Ich glaube Camden berichtet davon, dass zur Zeit der Invasion der spanischen Armada die Engländer alle dazu gezwungen waren, weißen Stoff zu tragen, da sie ihn nicht in die Lowlands zum Färben schicken konnten.

Dass die Franken und Sachsen für lange Zeit die Herstellungsweise ihrer keltischen Ahnen beibehielten, wurde schon gezeigt. Charlemagne, der die einfache Kleidung bevorzugte, kleidete sich wie die schottischen Highlander und, nach Windichinds Beschreibung eines Sachsen, ähnelte er sehr einem Caledonier.

Die Kleidertracht der Gälen, die, wie ihre Sprache, sich von derjenigen der anderen Bewohner der britischen Inseln so sehr unterscheidet, wurde liebevoll als nationale Eigenart und als Erinnerung an ihre Unabhängigkeit bewahrt.

Diese starke Vorliebe führte zu wiederholten Gesetzeserlassen. Durch einen Beschluss Edwards IV. mussten sich die Iren, unter Androhung der Enteignung, wie die Engländer kleiden, und auch Heinrich VII. erließ ein ähnliches Gesetz. Diese Satzungen zeigten wenig Wirkung, wodurch im achtundzwanzigsten Jahr der Regentschaft Heinrichs VIII. ein weiterer Beschluss erlassen wurde, der unter Androhung strenger Strafen verbot, sich oberhalb der Ohren zu scheren und kein Hemd, Smock, Kerchor, Bendel, Neckerchor, Mochet oder Leinenkappe in safrangelber Färbung zu tragen, und es war auch verboten in Hemden und Smocks mehr als sieben Meter Stoff zu verarbeiten, gemäß den königlichen Satzungen.

Die Iren, ungeachtet dieser rechthaberischen Satzungen, die ihnen von Königin Elisabeth strikt aufgezwungen wurden, legten in der Mitte des 17. Jahrhunderts ihre traditionelle Tracht nicht gänzlich ab. Diese blieb jedoch auf den bäuerlichen Stand beschränkt, während sich die Kleidung der anderen an die vorherrschende Mode in England anglich, obgleich mancherorts ein Hang zur traditionellen Tracht in Erscheinung trat. Der Kleidungsstil des niederen Adels in obengenannter Epoche bestand aus einer gesteppten Lederjacke, langärmeligen Smocks, halbärmeligen Mänteln, silbernen Haarbändern und Reitstiefeln aus kostbarem Korduanleder. (36)

GESETZ GEGEN DIE TRACHT AUFGEHOBEN

Schon das erste Parlament von George I. verbot 1716 den Highlandern das Tragen ihrer Familienwappen. 1745 wurde ein ähnliches Gesetz verabschiedet, mit den noch repressiveren und absurderen Zusätzen, dass „kein Mann oder Junge, außer denen, die zum Offizier oder Soldaten ausgebildet wurden, unter irgendeinem Vorwand die „Hochlandkleidung“ genannte Tracht tragen solle, d. h. Plaid, Philibeg oder kleinen Kilt, Trews, Schultergürtel, sowie alles, was irgendwie zur Hochlandtracht gehört; und dass kein Tartan oder mehrfarbiger Stoff für Übermäntel verwendet werden dürfe.“ 1782 brachte der Duke of Montrose einen Gesetzentwurf voran, durch den „die oben erwähnten oder auch irgendwelche anderen Beschlüsse, betreffs der Unterdrückung des Gebrauchs der Hochlandtracht, aufgehoben werden.“

Die Tracht der Gälen ist nicht länger ein Zeichen der Unloyalität und auch kein Gegenstand legaler Verbote mehr. Das harte und unnötige Gesetz, das den Gebrauch des Tartan verurteilte, wurde aus dem Gesetzbuch gestrichen; und eines der populärsten Ziele der Hochland-Gesellschaften von London und Edinburgh mit ihren verschiedensten Zweigen, ist die Pflege und Förderung dieser ehrenwerten und männlichen Kleidung, die ein passendes Beiwerk zur eigentümlichen Sprache und zu den eigentümlichen Sitten der Gälen darstellt. Die Hochlandkleidung ist allgemein anerkannt und respektiert. Auf dem Kontinent, wo die Tapferkeit und der Moralkodex der Schotten bekannt sind und gewürdigt werden, ist sie nicht nur ein Gegenstand des Interesses: sie ist eine Eintrittskarte in die beste Gesellschaft und eine Uniform, die sich unter die stolzesten einreihen kann. Als unser ehrenwerter Herrscher seine nördlichen Herrschaftsgebiete besuchte, bestimmte er persönlich die Hochlandtracht zur Hofkleidung in Schottland.